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Verletzte Männer sollen Streit ausgelöst haben

Messerstecherei Verletzte Männer sollen Streit ausgelöst haben

Es sollte einfach nur ein schöner Abend werden - doch dann erhielten Vorstand und Mitglieder von Intertürk Neustadt die schreckliche Nachricht von der Messerstecherei vor ihrem Vereinsheim. Lebensgefahr besteht nicht mehr.

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An den Türen des Vereinsheims befinden sich seit der Messerstecherei  Siegelmarken der Polizei.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Neustadt. Drei Männer, die nicht dem FC Intertürk angehören, sollen sich in dessen Vereinsheim in Neustadt äußerst aggressiv verhalten haben – für zwei von ihnen endete der Sonntagabend mit Stichverletzungen im Krankenhaus. Das zumindest geht aus der Aussage des Vereinsvorsitzenden hervor.

Es habe einen Streit gegeben, der sich vom Inneren des Gebäudes nach Außen verlagert habe, berichtet Ute Sehlbach-Schellenberg, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft. Sie gehe nach derzeitigem Ermittlungsergebnis nicht von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Stattdessen gebe es einen Anfangsverdacht auf eine vollendete gefährliche Körperverletzung – ein Haftbefehlsantrag liege nicht vor. Lebensgefahr für die verletzten Männer besteht nicht – einer von ihnen war schwer an der Lunge verletzt worden, ist aber inzwischen aus dem Schlimmsten heraus. Zum Tathergang sagt Sehlbach-Schellenberg nur: „Es gibt divergierende Aussagen – das macht alles so schwierig.“

Aufregendster Abend in der Vereinsgeschichte

Der Verein war bereit, sich gegenüber dieser Zeitung zum vermeintlichen Hergang zu äußern. „Das ist eigentlich ein friedlicher Typ, der keine Waffen mit sich führt“, sagt der Intertürk-Vorsitzende über ein Vereinsmitglied, das am Sonntag allem Anschein nach während einer Rangelei die zwei Männer mit einem Messer verletzte. Mit einer Waffe, die den Männern gehört haben muss, wie der Vorsitzende meint, während er über den aufregendsten Abend der noch jungen Vereinsgeschichte berichtet.

Vorstand und Mitglieder des FC Intertürk genossen laut Vorsitzendem am Sonntag ihre Weihnachtsfeier in Stadtallendorf, als sie plötzlich die schreckliche Nachricht aus ihrer Heimatstadt erreichte: Vor der Tür ihres Vereinsheims war es zu einer Messerstecherei gekommen. Die Neustädter machten sich sofort auf den Heimweg und trafen auf die Polizei, die bereits in der Bogenstraße ermittelte.

Laut Vorsitzendem hatte sich Folgendes abgespielt: Drei Männer – die schon einmal wegen unangemessenen Verhaltens aus dem Vereinsheim geflogen waren (beim Champions-League-Spiel von Galatasaray gegen Lissabon), aber nach einem „Gnadengesuch“ eine Chance zur Bewährung erhielten – kamen bereits angetrunken in das Gebäude. Sie sollen „Bier, Kurze und dann Raki“ getrunken haben.

Geschehnisse werfen schlechtes Licht auf Verein

Ein junger Mann, der für den FC Intertürk den Thekendienst übernommen hatte, freute sich wohl zunächst über das gute Geschäft, bat die drei Gäste beim Zwischenstand von 43 Euro aber schon einmal, ihre Rechnung zu bezahlen. Diese seien der Bitte nicht nachgekommen, sondern aggressiv geworden, berichtet der Vorsitzende. Ein Vereinsmitglied, das gerade mit weiteren Gästen die Übertragung des Fenerbahce-Spiels geschaut habe, sei dazugekommen, um die Servicekraft zu unterstützen. Das habe die Situation aber nicht besser gemacht.

Der Thekendienstler soll dem Mann mitgeteilt haben, dass er sich um die Klärung der Angelegenheit alleine kümmern werde – worauf dieser das Vereinsheim verlassen haben soll. Die drei Gäste „sind mit schnellem Schritt hinter ihm her“, fasst der Vorsitzende die Angaben zusammen, die ihm mehrere anwesende Fußballfans gemacht hätten. Der junge, im Thekendienst tätige Mann sei daraufhin hinterhergegangen und habe nur noch gesehen, wie die aggressiven Gäste und das Vereinsmitglied in einer kleinen Menschentraube zu Boden fielen.

Am Ende dieser Auseinandersetzung standen zwei verletzte, vermeintliche Aggressoren zu Buche. Wo das Messer herkam, weiß der Vorsitzende nicht, hat aber eine Vermutung: „Sie sollen immer wieder in ihren Taschen rumgewühlt haben, bevor sie nach draußen stürmten“, berichtet er über das Verhalten der drei Gäste.

„Unseren Jungs geht es gut. Ich fühle mich allerdings schlecht“, fasst der Vorsitzende zusammen und erklärt: Zum einen sorge er sich um die verletzten Männer – die den Streit zwar ausgelöst hätten, aber er wünsche ihnen keinesfalls etwas Schlechtes. Zum anderen würden solche Geschehnisse ein schlechtes Licht auf den noch jungen FC Intertürk werfen: „Das sind schlimme Ereignisse, die schlecht für das Image sind – auch wenn der Verein dafür nichts kann.“

von Florian Lerchbacher

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