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Verkehrsverein steht im Jubiläumsjahr vor dem Aus

Probleme Verkehrsverein steht im Jubiläumsjahr vor dem Aus

Der Stadtallendorfer Verkehrsverein hat Probleme, einen handlungsfähigen Vorstand zusammenzubringen. Gelingt das bei der Hauptversammlung nicht, droht die Vereinsauflösung.

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Sitzt der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Peter Ulrich, bald ganz alleine da? Er fühlte sich schon seit sechs Jahren als Alleinunterhalter.Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Der Verkehrsverein „Leben in Stadtallendorf“ wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und kann auf eine Geschichte voller Aktivitäten zurückblicken. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr droht die Auflösung des Vereins - wenn sich während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag kein handlungsfähiger Vorstand findet. Aus dem fünfköpfigen Team sind nur noch zwei Mitglieder bereit, sich weiter zu engagieren. „Wenn sich ein Vorstand findet, werde ich es noch drei Jahre machen“, sagt Peter Ulrich, der Vorsitzende.

Ihm zur Seite steht noch Beisitzer Ernst Weigelt. Die Schriftführerin hat aus persönlichen Gründen schon vor einem Jahr aufhören müssen. Die Kassenverwalterin zieht aus Stadtallendorf weg und fällt deshalb aus. Ein Beisitzer hört aus Altersgründen auf, und der stellvertretende Vorsitzende ist nach Neustadt gezogen, hat eine Familie gegründet und setzt jetzt andere Prioritäten.

Ulrich ist es bisher noch nicht gelungen, andere Mitglieder für die Vorstandsarbeit im Verkehrsverein zu gewinnen. Der Vorsitzende malt aber auch ansonsten ein eher düsteres Bild: „Der Verkehrsverein hat seit vielen Jahren ein Findungsproblem. Die Tätigkeit, die der Verkehrsverein die 50 Jahre gemacht hat, wie Unterstützung des Stadtparlaments, Mitwirkung bei Gesprächen mit der Bahn, mit Behörden, findet nicht mehr statt.“ Eine Begründung ist für ihn, dass sich die Zeiten komplett geändert hätten. Als Beispiel nennt er direkte Kontakte. „Früher hat man den Bahnhofsvorsteher angerufen, dass der Zug hier halten müsste. Der hat mit Marburg telefoniert und dann ging das.“ Ebenso sei es beispielsweise mit der Straßenverkehrsbehörde oder mit der Bundeswehr gegangen.

Kaum Interesse an Angeboten

„Wir waren früher in allen Gremien dabei, zum Beispiel Innenstadtkonzept, Gestaltung Heinz-Lang-Park oder der Niederkleiner Straße sowie bei den Einzelhändlern“, sagt Ulrich. Er bemängelt, dass mit den Gastronomen „nichts mehr geht“, und erinnert an den Bärenschuss oder den Bärenteller.

„Die Nähe zum Rathaus fehlt, weil Horst Fisbeck nicht mehr dabei ist. Er war Stadtverordneter und Vorsitzender der AGS“, so Ulrich weiter. In der Satzung des Verkehrsvereins ist festgeschrieben, dass immer ein Stadtverordneter dem Vorstand angehören muss. Die Vorgabe ist erfüllt, denn fehle der Kontakt.

„Ich kann nicht überall sein“, moniert Ulrich und fügt hinzu: „Vor sechs Jahren, als die tragenden Säulen Horst Fisbeck und Dieter Simon aufgehört haben, fing das an. Seitdem bin ich Alleinunterhalter.“

Früher habe der Verkehrsverein 300 Mitglieder gehabt, vor etwa 10 Jahren seien es noch 150 gewesen, jetzt seien noch knapp 100 Mitglieder übrig, schildert der Vorsitzende im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Altersdurchschnitt liege über 60 Jahren, und die Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen sei mangelhaft - egal, ob es Wanderungen, Fahrradtouren, Reisen, Konzerte oder Theateraufführungen seien. LAN-Partys werden nicht mehr gewünscht, das Angebot der Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum sei nicht auf Resonanz gestoßen, lediglich die Modellbaugruppe habe Anhänger gefunden, zählt Ulrich die Versuche auf, neue Wege zu gehen und junge Leute zu motivieren.

Zu einer einberufenen Sitzung im Februar seien nur sehr wenige Mitglieder gekommen, aber Vertreter der Einzelhändler waren dabei. Es gab Ideen, sich „Stadtallendorf aktiv“ anzuschließen oder einen Zusammenschluss der kulturtreibenden Vereine in Stadtallendorf herbeizuführen. Die Versammlung am Donnerstag um 19 Uhr im Gemeinschaftszentrum muss nun zeigen, in welche Richtung der Verkehrsverein in Zukunft geht.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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