Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Verkauf bringt dem Kreis rund 3,6 Millionen Euro

Kompostierungsanlage Verkauf bringt dem Kreis rund 3,6 Millionen Euro

Beim Kreis gehen die Formalien um den Verkauf der Kompostierungsanlage in Stausebach in die Schlussrunde. Am 3. Juli entscheidet der Kreistag darüber, am 25. Juni berät zunächst der Bauausschuss. Die E.on Mitte Natur GmbH will die Anlage kaufen. Auf dem Gelände plant E.on den Bau einer Biogasanlage (die OP be

Voriger Artikel
Ohrensessel und Ohrwürmer
Nächster Artikel
Neues Geschäft am Markt ersetzt die Post-Zweigstelle

Seit den 90er Jahren betreibt E.on die Kompostierungsanlage in Stausebach als Pächter.

Quelle: Nadine Weigel

Stausebach. Dort will das Unternehmen auch weiterhin Bioabfälle aus dem Kreis verarbeiten. Jährlich kommen dort bisher 25.000 Tonnen Biomüll an. Damit sich die Produktion von Biogas lohnt, müsste E.on aber deutlich mehr Abfälle in der Stausebacher Anlage verarbeiten, jährlich etwa 40.000 Tonnen. Diese Information erhielt Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) bei einem ersten Gespräch mit E.on und dem Betrieb für Abfallwirtschaft des Kreises. Jene zusätzlichen 15.000 Tonnen Kompostabfälle wird E.on aus anderen Teilen Hessens nach Stausebach bringen.

Eine Sorge Kirchners scheint ausgeräumt: Das Trockenfermentationsverfahren, auf das E.on setzen will, läuft in geschlossenen Behältern ab. „Damit dürfte sich die Geruchsbelastung nicht erhöhen“, sagte Kirchner in der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend.

Das gewonnene und entsprechend gereinigte Biogas will E.on in seine zwei Kilometer entfernte Gasleitung einspeisen. Die Nachricht, dass die Anlage fast ausschließlich mit Bioabfall betrieben werden soll, räumt weitere Bedenken Kirchners aus. Damit werde ein zu befürchtender Konkurrenzkampf heimischer Landwirte um Anbauflächen verhindert, sagt Kirchner.

Zunächst hatte er erwartet, dass die Biogasanlage auch mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden könnte.
Vom Unternehmen gibt es weiterhin noch keine näheren Auskünfte. Der Aufsichtsrat der E.on-Mitte muss noch zustimmen. Vorher hält sich die Pressestelle des Konzerns mit Aussagen zurück.

Beim Kreis haben die Vertragsentwürfe unterdessen eine weitere Hürde genommen: Der Kreisausschuss hat ihnen laut Landrat Robert Fischbach zugestimmt. „Ich erwarte nach den bisherigen Gesprächen eine breite Mehrheit im Kreistag“, sagte Fischbach gegenüber der OP.

Für die bisherige Biogasanlage samt Grundstück bekommt der Betrieb für Abfallwirtschaft bis 2020 insgesamt 3,6 Millionen Euro von E.on. Dieses Geld kann der Kreis sehr gut gebrauchen. Durch diese Einnahmen lässt sich laut Fischbach eine schon angekündigte Anhebung der Entsorgungsgebühren für Bioabfälle verhindern. Diese Gebührenerhöhung wäre deutlich ausgefallen, bisher war der Kreis von 20 Prozent ausgegangen. Insgesamt, so Informationen der OP, will E.on rund 10 Millionen Euro in das Projekt investieren.

Bisher ist noch völlig unklar, wann E.on mit dem Bau der Biogasanlage beginnen will. Weder dem Kreis noch der Stadt Kirchhain liegen dazu bisher Informationen vor. Fischbach rechnet aber damit, dass das Unternehmen schnell zu Werke gehen wird, wenn die Verträge perfekt sind. Allerdings müssen die Pläne vorher noch ein umfangreiches Genehmigungsverfahren durchlaufen.

Ein Problem muss aus Kirchners Sicht in jedem Falle vor einer Genehmigung geklärt werden, die Frage, wie mit der zu erwartenden höheren Verkehrsbelastung umgegangen wird. „Es ist klar, dass die Kreuzung bei Stausebach auf keinen Fall so bleiben kann“, betonte Kirchner in der Ausschuss-Sitzung.

Der Kreistag entscheidet am Freitag, 3. Juli, über die Vertragsentwürfe.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr