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Vereinsring hat Sorgen - aber auch Pläne

Zukunft? Vereinsring hat Sorgen - aber auch Pläne

Wie geht es weiter mit dem Vereinsring? Welche Aufgaben könnte er übernehmen? Wer übernimmt den Vorsitz, wenn Ludwig Nothvogel in drei Jahren aufhört? Fragen über Fragen, die es zu klären gilt.

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Vorsitzender Ludwig Nothvogel (von links) braucht perspektivisch einen Nachfolger. Sonja Stark ist neue Schriftführerin des Vereinsrings, dem Thomas Groll gerne auch die Verantwortung für kulturelle
Veranstaltungen übertragen würde.
Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Früher nahmen 30 bis 40 Vereinsvertreter an den Versammlungen des Vereinsrings teil. Inzwischen seien es maximal die Hälfte, sagt Vorsitzender Ludwig Nothvogel und setzt zum Klagelied an: Nur wenige Vereine würden ihre Termine rechtzeitig für die Erstellung des Neustädter Terminkalenders übermitteln, die meisten Gruppierungen aus den Ortsteilen - die im Vorstand mit je einem Beisitzer vertreten seien - würden ihr eigenes Süppchen kochen und sich nicht an den Planungen beteiligen, und auch um die Besetzung des Vorstandes mache er sich große Sorgen.

„Wissen wir überhaupt, was die Vereine wollen? Welchen Service können wir ihnen anbieten? Und wie können wir das Spektrum der Arbeit erweitern?“, fragt Bürgermeister Thomas Groll. Bisher kümmert sich der Vereinsring um das Koordinieren der Termine und die Erstellung eines entsprechenden Kalenders, organisiert die Sportlerehrung und die Vereinsmeisterschaften im Fußball, vergibt Zuschüsse und repräsentiert die Vereine.

Das Stadtoberhaupt schlägt vor, der Vereinsring könnte sein Spektrum erweitern und beispielsweise auch kulturelle Veranstaltungen organisieren. Oder Vereine und Initiativen bei solchen Aktivitäten unterstützen. „Daran könnten sich auch Bürger beteiligen, die eigentlich keinem Verein angehören“, schlägt Nothvogel vor. Laut Satzung dürfen sich im seit über 40 Jahren existierenden Vereinsring zwar eigentlich nur die Vorsitzenden der Vereine engagieren - allerdings legen die Neustädter diese Vorgabe bereits seit einiger Zeit großzügig aus und sind auch mit anderen Mitgliedern zufrieden. Sollte aus dem Vereins- auch ein Kulturring werden, scheint eine grundlegende Änderung der Satzung auch denkbar zu sein.

Insgesamt lässt sich allerdings festhalten, dass dem Vereinsring der Nachwuchs fehlt. „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen sich nur noch stückweise binden wollen und die Nachhaltigkeit fehlt. Die meisten sind ich-bezogen und engagieren sich nur, wenn es der eigenen Familie zugutekommt“, sagt Groll. Wie in vielen Vereinen und Verbänden steht jedoch auch im Vereinsring ein Generationswechsel an: Den Schriftführer stellt die Stadt - entsprechend übernahm mit dem Renteneintritt von Karl-Joseph Lemmer, der 30 Jahre lang diesen Posten innehatte, dessen Nachfolgerin Sonja Stark die Position. Allerdings bekleidet die Mombergerin nur eine Halbtagsstelle und kann nicht so aktiv wie ihre Vorgänger sein. „Jetzt stellt sich also die Frage: Finden wir genug Mitstreiter?“, betont Nothvogel.

Er würde noch drei Jahre als Vorsitzender dranhängen - aber nur, wenn junge Mitglieder nachrücken und er quasi einen Nachfolger findet, den er einarbeiten und an die Aufgaben heranführen kann.

Eigentlich hätten bereits Ende 2013 Vorstandswahlen angestanden. Diese schoben die Neustädter aufgrund der geschilderten Problematik einvernehmlich heraus. Bevor nun die nächste Jahreshauptversammlung stattfindet, wollen sie klären, wer sich wie engagiert und welche Aufgaben für einen Vereinsring zeitgemäß sind. Aus diesem Grund findet am Dienstag ab 19.30 Uhr im Haus der Vereine eine Versammlung statt, die sich rund um die Zukunft des Zusammenschlusses und seine möglichen Betätigungsfelder dreht.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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