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Vereinsring gehört der Geschichte an

Ende Vereinsring gehört der Geschichte an

Das Interesse an einem Engagement im Vereinsring war gering, zudem waren die Aufgaben inzwischen überschaubar. Daher beschlossen die Mitglieder die Auflösung der Vereinigung.

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Einst war der Vereinsring Ausrichter des Neustädter Seniorenkarnevals (hier ein Bild von der diesjährigen Veranstaltung). Als diese Aufgabe wegfiel, begann der Abstieg der Vereinigung – sagt deren letzter Vorsitzender.Archivfoto

Neustadt. „Alles hat seine Zeit…“, sagte Bürgermeister Thomas Groll während der letzten Versammlung des Vereinsrings Neustadt. Es sei nicht notwendig, eine „Institution, die mehrheitlich in dieser Form nicht mehr gewollt wird“, noch „krampfhaft“ aufrechtzuerhalten. Ende des vergangenen Jahres hatte er gemeinsam mit Vorsitzendem Ludwig Nothvogel noch einmal an die Vereine appelliert, Interesse zu zeigen, den Nachwuchs zu motivieren und eine Erweiterung der Zuständigkeiten in Erwägung zu ziehen. Das Stadtoberhaupt schlug damals vor, der Vereinsring könne künftig auch kulturelle Veranstaltungen ausrichten. „Das stieß bei vielen auf Widerstand. Viele wollten das nicht, weil es zusätzliche Arbeit bedeutet hätte“, erinnert sich Nothvogel an die folgende Sitzung der Vereinigung.

Gemäß Satzung kamen im Vereinsring die Vorsitzenden der Vereine zusammen - eine Regelung, mit der es die Neustädter in den vergangenen Jahren allerdings nicht so ernst nahmen. Dennoch habe sich anhand der Reaktionen abgezeichnet, dass diejenigen, die ohnehin zu den wenigen gehörten, die wirklich aktiv seien, sich nicht noch über ihre Vereinsarbeit hinaus engagieren wollten, resümiert Nothvogel. Noch dazu seien die Aufgaben immer weniger geworden, betont er. Der Abstieg habe begonnen, als dem Vereinsring die Ausrichtung des karnevalistischen Seniorennachmittags weggenommen wurde. Nun habe die Stadt den Ansatz für die Organisation der Fußball-Stadtmeisterschaften gekürzt und die Sportlerehrung gestrichen: „Also fragten wir uns im Vorstand: Was sollen wir noch machen? Ist ja nichts mehr übrig“, erklärt Nothvogel. Die Koordinierung des Neustädter Terminplans und die Verteilung von Zuschüssen seien auch auf anderen Wegen möglich.

In Sachen Sportlerehrung schränkt Groll ein: „Wir wollten kein Geld mehr dafür ausgeben, dass jedes Jahr dieselben Sportler geehrt werden. Also wollten wir ein Konzept, um Jugendliche und Kinder auszuzeichnen. Das hat der Jugend- und Sozialausschuss übernommen.“ Ansonsten hätten sich die Dinge „eben geändert“: Inzwischen müssten Vereinsvertreter für die Planungen nicht mehr mit Zetteln voller Notizen zu den Sitzungen erscheinen, sondern könnten Wünsche und Kritik problemlos via Internet äußern und sich abstimmen. „Der Vereinsring hat 40 Jahre lang hervorragende Arbeit geleistet - aber in der bisherigen Form brauchen wir ihn nicht mehr.“

So sahen das auch die Mitglieder, die dem Antrag des Vorstandes auf Auflösung bei drei Enthaltungen zustimmten. Groll versicherte, dass die Kommune die vorrangigen Aufgaben des Vereinsrings übernehme - also die Zuweisung der Vereinsförderung, die Zuschüsse für langlebige Vereinsgerätschaften, die Erstellung des Vereinskalenders, die Fußballstadtmeisterschaften und eine jährliche Zusammenkunft der Vereinsvorstände.

Ein Kulturring sei noch nicht vom Tisch, sagt er auf Rückfrage dieser Zeitung. Er halte es für sinnvoll, sich mittelfristig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dies solle während des „Neustädter Demografie-Dialoges“ geschehen, in dem dann auch die Zukunft des Vereinslebens an sich aufs Tableau kommt.

Die Veranstaltung mit Demografie-Beraterin Ellen Ehring findet am 21. April ab 19 Uhr im historischen Rathaus in der Kernstadt statt.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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