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Vereine werben für die Nordschule

Unterschriftensammlung Vereine werben für die Nordschule

Ob sich der Kreis von der Nordschule irgendwann in der Zukunft trennen wird, ist noch nicht entschieden. Doch die Vereinigung der Altstadtvereine will bereits jetzt ein klares Zeichen setzen.

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Die Vereinigung der Altstadtvereine wirbt für einen langfristigen Erhalt der Nordschule. Archivfoto

Stadtallendorf. An den Verkaufsständen für die Getränkemarken lagen beim Altstadtfest am vergangenen Wochenende Unterschriftenlisten aus, initiiert von der Vereinigung der Altstadtvereine. Wer unterschrieb sprach sich für den Erhalt der Nordschule aus. Rund 800 Unterschriften seien zusammengekommen, sagte Hubertus Müller als Vertreter der Vereinigung gestern gegenüber der OP.

Die Nordschule ist Teil der Grundschule I mit ihrem zweiten Standort Bärenbachschule in der Niederrheinischen Straße. Seit Langem gibt es Überlegungen von Schulleitung und Elternbeirat, den Schulbetrieb an der Nordschule aufzugeben und alles am Standort Bärenbachschule zu zentrieren (siehe Infokasten).

Doch eine öffentliche Diskussion darüber ist erst jetzt so richtig in Gang gekommen. Mit der Unterschriftenaktion wollten die Altstadtvereine, die um ihre Schule fürchten, ein klares Signal senden. Ganz bewusst haben die Vereine dabei das Motto aufgegriffen, das sich auch im Schulentwicklungsplan findet: „kurze Beine, kurze Wege“. Ein Hauptargument für einen Erhalt der Nordschule ist für Müller und den Vorstand der Vereinigung dabei der Umstand, dass 180 schulpflichtige Kinder im direkten Einzugsgebiet der Nordschule leben, knapp die Hälfte der Schüler, die die Grundschule I insgesamt besuchen. Angesichts der guten Entwicklung des Baugebiets Kronäcker geht Müller davon aus, dass diese Zahl stabil bleibt oder sich eher erhöhen wird.

Wenn die Grundschule I in der Zukunft an einem Standort zusammengelegt wird, dann müsste der Kreis als Schulträger in jedem Falle neu bauen oder die Bärenbachschule durch einen Anbau entsprechend erweitern (die OP berichtete).

Nach entsprechender Sichtung des Schulentwicklungsplanes kommt Hubertus Müller zu dem Ergebnis, dass dann die größte Grundschule an einem Standort im Landkreis entstünde, was er für den falschen Weg hielte. „Das erhöht die Anonymisierung für alle Schüler, gerade in einer Stadt, in der der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund so ist wie in Stadtallendorf“, sagt Müller. Und noch etwas ärgert ihn. Stadtallendorf sei die Stadt, die mit Abstand den höchsten Beitrag bei der Schulumlage zahlt. Und ausgerechnet dort solle es zur Zusammenlegung von zwei Schulstandorten kommen.

Klare Wünsche an den Landkreis

Aus den Reihen der Vereinigung der Altstadtvereine gibt es bereits jetzt klare Forderungen an den Kreis, um den Standort Nordschule aufzuwerten. So sollen die baulichen Mängel, die es dort gibt, beseitigt werden.

Außerdem gibt es den Wunsch, dass auch an der Nordschule die zusätzlichen Angebote wie zum Beispiel ein Mittagstisch entstehen sollen. Für Müller und die Vereinigung der Altstadtvereine wären das bereits jetzt wichtige Schritte, um den Standort Nordschule zu sichern und attraktiv zu halten.

Kreis-Schuldezernent Dr. Karsten McGovern sieht derzeit keinerlei Entscheidungsbedarf. Die Überlegungen für eine Zusammenlegung seien auf Wunsch der Schule in den Entwicklungsplan aufgenommen worden. Perspektivisch könnten diese Überlegungen auch weiterverfolgt werden, sagt McGovern. Im Jahre 2017 könnten Planungen angegangen werden.

Doch er verweist darauf, dass in Stadtallendorf zunächst an der Grundschule II investiert werden soll. Alles weitere hänge definitiv von den Finanzen des Kreises und der Entwicklung der Schülerzahlen an den Standorten ab. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Entscheidungen“, betont der Dezernent.

von Michael Rinde

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