Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Verein lässt Kinder die Natur erleben

Umweltwoche Verein lässt Kinder die Natur erleben

Für ein Glas Honig drei mal um die Erde? Wo verbringen Fledermäuse den Tag? Und wer wohnt eigentlich in einem Insektenhotel? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es in der Speckswinkler Natur.

Voriger Artikel
Schwerer Unfall bei Hof Netz
Nächster Artikel
Rinder und Schafe kümmern sich um die Pflege

Karl Stehl (großes Bild) erklärte, welche Vögel am Weiher zu finden sind. Ewald Kappauf erläuterte den Kindern, wer alles im Insektenhotel wohnt.Fotos: Karin Waldhüter

Speckswinkel. Als Teil der Neustädter Umweltwoche hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein Speckswinkel Vorschulkinder und Schulkinder bis zum vierten Schuljahr eingeladen, Obstbäume zu pflanzen, einen Bienenstock zu besuchen, den Baumlehrpfad kennenzulernen und zum Abschluss einen Nistkasten zu bauen. Auf dem Weg durch die Natur hielten Vereinsvorsitzender Karl Stehl und die Mitglieder Horst Kurz und Ewald Kappauf zudem viel Wissenswertes parat und gestalteten die Natur-Entdeckungstour durch Speckswinkel spannend und abwechslungsreich - also genau so, wie es die Kinder sich gewünscht hatten.

Am Insektenhotel, auf der Streuobstwiese, am Weiher und an vielen weiteren Stationen erfahren 16 Kinder, zehn Eltern und Großeltern auf anschauliche Art und Weise viel über die Natur. „Wo wohnen Fledermäuse eigentlich tagsüber“, will Karl Stehl zu Beginn der rund einstündigen Wanderung wissen. „Die legen sich tagsüber in eine dunkle Ecke!“ und „Die hängen sich an einen Ast mit dem Kopf nach unten!“ lauten die Antworten des siebenjährigen Lennard und des neunjährigen Moreno.

Stehl zeigt mit der Hand auf eine Übernachtungsstation,­ die der Speckswinkler Verein im vergangenen Jahr für Fledermäuse angebracht hatte.

Auf dem Weg zum Insektenhotel erfahren die Kinder, dass Wildbienen, anders als Honigbienen, alleine fliegen und ihre Eier in Hohlräumen ablegen und ihre „Wohnung“ danach verschließen. „Über 500 Wildbienenarten gibt es, und jede Biene hat ein eigenes Zimmer“, erklärt Kappauf am Insektenhotel. Am Baumlehrpfad erklären die Männer den Kindern die Bedeutung der Baumringe, bringen einige neue Schilder an und pflanzen gemeinsam mit ihnen drei Apfelbäume.

„Wir wollen den Kindern die Natur nahebringen, denn was sie als junge Menschen aufnehmen, das setzt sich sehr fest“, erklärt Stehl das Engagement. „Wir wollen die Kinder sensibilisieren, ihnen die Zusammenhänge erklären, aufzeigen, dass Bienen selbst im Sommer verhungern können“, ergänzt Kurz. Beim Besuch der Bienenstöcke im Garten von Familie Morneweg wird dann auf genügend Abstand geachtet. „Bei dem drückenden, warmen Wetter sind die Bienen etwas aggressiver“, erklärt Stehl.

„Wisst ihr denn, dass eine Biene in ihrem Leben 8000 Kilometer zurücklegt und ein Bienenvolk drei Mal um die Erde fliegen muss, bis ein Glas Bienenhonig voll ist?“, fragt Kurz und blickt in staunende Kinderaugen.

An einem riesigen Rapsfeld erläutert Landwirt Werner Wagner den Kindern die Ernte und Verarbeitung der gelben Blüten. Zurück im Zollhof ist dann der Zeitpunkt gekommen, auf den sich Lennard und sein Freund Moreno schon gefreut haben: Jetzt können sie endlich den Nistkasten bauen, den sie anschließend mit nach Hause nehmen durften.

Am Ende der Umweltwoche zog Bürgermeister Thomas Groll ein kurzes Resümee: Was Kinder und Jugendliche angehe, sei er mit der Resonanz zufrieden - auch weil die Stadt mit Kindergärten und der Grundschule Mengsberg/Momberg zusammengearbeitet habe. Bei der einen oder anderen Veranstaltung habe er ich mehr Besucher gewünscht, betonte der Rathauschef. Doch alle Gäste, die da waren, seien begeistert gewesen.

„Die Woche zeichnete sich durch ihre Vielfalt aus“, so das Stadtoberhaupt. Sicherlich werde es in zwei Jahren eine Fortsetzung geben, vielerorts „etwas gestraffter“. Es sei richtig gewesen in der Kernstadt und den Stadtteilen präsent zu sein, sagte Groll und betonte, dass das Einbeziehen der vielen Kooperationsparter die Vielfalt in den Orten aufzeige.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr