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Verdachtsfall erweist sich als Stich

Katzenpilz Verdachtsfall erweist sich als Stich

Seitdem eine Woge der Entrüstung durch die Grundschule Mengsberg-Momberg schwappte und der Kreis reagierte, ist kein weiterer Katzenpilz-Fall in dem Neustädter Stadtteil aufgetreten.

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Der Name „Katzenpilz“ täuscht: Tatsächlich kann die Krankheit auch andere Tiere befallen.Archivfoto: Lerchbacher

Mengsberg. „Ich habe die große Hoffnung, dass in der Schule in Neustadt-Mengsberg wieder Ruhe einkehrt, denn unsere Maßnahmen bezüglich der dort vereinzelt aufgetretenen Katzenpilzfälle scheinen gegriffen zu haben“, sagt Erster Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Ende Februar hatten Eltern sich nach drei Krankheitsfällen beschwert, weder Informationen rund um die Krankheit noch Hilfe zu erhalten - sondern bei Schul- und Gesundheitsamt viel eher auf taube Ohren zu stoßen. Der Landkreis reagierte daraufhin prompt: Zachow stand noch am Tag der Berichterstattung dieser Zeitung zusammen mit Fachmännern den Eltern Rede und Antwort, hielt ein frisch zusammengestelltes Blatt voller extra eingeholter Informationen parat und gab die desinfizierende Reinigung der Schulgebäude Mengsberg und Momberg - und, aus Sicherheitsgründen, auch des Kindergartens Mengsberg - mit quartärem Ammonium in Auftrag. In diesem Gespräch wurde mehrfach betont, dass Katzenpilz zwar lästig, für den Menschen aber nicht gefährlich sei.

Die Quelle der Krankheit ist weiterhin unbekannt

Inzwischen traten drei weitere Verdachtsfälle auf. Durch eine hautärztliche Untersuchung ließ sich eine Katzenpilz-Erkrankung jedoch ausschließen - ein Fall entpuppte sich nach Angaben des Kreises lediglich als Mückenstich.

„Es gibt nach wie vor keinen Hinweis darauf, dass die Schule selbst die Quelle der Infektion ist oder dort eine Ansteckung begünstigt worden sei“, hebt Pressesprecher Dr. Markus Morr noch einmal hervor. Dennoch komme weiterhin das spezielle Putzmittel zum Einsatz, „um theoretisch denkbare Übertragungen vorbeugend zu verhindern“. Gleichzeitig sei es weiter wichtig, auf Prävention zu setzen: Haustieren, die Hautveränderungen aufweisen, müssten unbedingt tierärztlich untersucht werden - das gelte nicht nur für Katzen, sondern auch für Hunde, Meerschweinchen, Rinder oder Pferde.

Ein Tierarzt aus Caldern teilte nach der Berichterstattung mit, dass es auch eine Impfung gegen die Pilzinfektion von Tieren gebe - diese beseitige den Pilz bei befallenen Tieren und schütze nicht befallene Haustiere vor einer Ansteckung.

Er bezweifelte zudem, dass eine Grundreinigung der Schulgebäude zielführend sei. Dies kommentiert Morr nach Rücksprache mit Zachow mit dem Hinweis, dass der Kreis immer abwägen müsse - und angesichts der zahlreichen besorgten Eltern auch auf Nummer sicher gehen wollte. Er habe sowohl Verständnis für die Sorgen der Eltern - als auch für die Zweifel des Tierarztes. Da aber unbekannt sei, wo der Ursprung der Krankheit liegt, habe sich der Kreis ebenfalls für Prävention entschlossen.

„Es wäre zudem eine vollkommen falsche Interpretation, jetzt beispielsweise den Umgang mit Tieren zu meiden. Dennoch ist bewusstes und verantwortungsvolles Verhalten gerade für die Prävention wichtig, zumal Händewaschen nach Tierkontakt selbstverständlicher Bestandteil der Alltagshygiene sein sollte“, so Zachow, der auch noch einmal auf das Merkblatt verweist, das beim Gesundheitsamt und im Internet unter der Adresse www.marburg-biedenkopf.de und dann unter dem Unterpunkt „Gesundheit“ erhältlich ist.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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