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Verdacht gegen ein Ehepaar hat sich erhärtet

Brandermittlungen Verdacht gegen ein Ehepaar hat sich erhärtet

Der verheerende Brand in dem Mehrfamilienhaus In der Spaltanlage am 17. März beschäftigte die Menschen in Stadtallendorf noch immer, wie weitere Spenden belegen. Derzeit laufen noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

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Beim Brand am 17. März barg die Feuerwehr einen verletzten Bewohner mit der Drehleiter.

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. An den Folgen des Brandes in den frühen Morgenstunden des 17. März starb einen Tag später ein 58-Jähriger, mehrere Bewohner erlitten schwere Verletzungen, auch, weil sie zum Teil in Panik aus höhergelegenen Fenstern gesprungen waren.

Die Marburger Staatsanwaltschaft und die Polizei leiteten am Tag nach dem Brand ein Ermittlungsverfahren gegen ein Ehepaar ein, das in dem Haus wohnte, und zwar wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung. Aller Voraussicht nach werden die Ermittlungen noch bis Ende Juli, Anfang August andauern. Das erklärte gestern Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg, am Freitag gegenüber der OP.

Keine Rauchmelder vorhanden

Zum detaillierten Stand des Ermittlungen wollte sich Sehlbach-Schellenberg mit Rücksicht auf das Verfahren zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern, etwa zu der Frage, was genau zu dem Brand in der Wohnung geführt hatte. Die Ermittler gingen von einem menschlichen, nicht von einem technischen Fehlverhalten aus, erläuterte die Sprecherin. „Unser Anfangsverdacht besteht nach wie vor, er hat sich durch die laufenden Ermittlungen erhärtet“, sagte sie. Genauere Angaben über die letztliche Schadenshöhe lagen der Staatsanwaltschaft nicht vor, zumal sie strafrechtlich gesehen nicht im Fokus der Ermittler steht. Seinerzeit stand ein Schaden in sechsstelliger Höhe im Raum.

Bei den Untersuchungen durch Brandermittler hatte sich außerdem bestätigt, dass in dem Mietshaus keine Rauchmelder vorhanden waren (diese Zeitung berichtete). Seit 1. Januar sind Rauchmelder in Hessen allerdings auch bei Altbauten zwingend vorgeschrieben. Ob und wenn ja welche strafrechtlichen Konsequenzen das für den Hauseigentümer haben könnte, prüft die Staatsanwaltschaft ebenfalls noch. Auch dazu erwartet Sehlbach-Schellenberg erst in den nächsten Wochen ein Ergebnis. 30 Hausbewohner verloren durch den Brand, der einen Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst auslöste, zunächst ihre Bleibe.

Betroffene haben alle neue Quartiere gefunden

Ein Teil von ihnen fand bis Ende Mai ein Übergangsquartier in der Villa Piera des Süßwarenherstellers Ferrero. Inzwischen haben alle Betroffenen andere Quartiere gefunden, zum Teil konnten sie auch in schon sanierte Wohnungen im Brandgebäude zurückkehren. Die Brandkatastrophe in dem Mehrfamilienhaus hatte unmittelbar danach eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, wie die OP mehrfach berichtete. Bei einer privat organisierten Spendenaktion war zunächst ein Betrag von mehr als 11 000 Euro auf dem zentralen Konto der Stadtjugendpflege eingegangen. Weiteres Geld, unter anderem 2000 Euro aus der Aktion eines Drogeriemarktes und weiteres Geld der Jugendfeuerwehr Wolferode, ist nachträglich noch eingegangen. Sebastian Habura von der Stadtjugendpflege gehörte zu den städtischen Mitarbeitern, die sich um die Brandopfer lange Zeit gekümmert hatten. „Wir werden das Geld, was später gespendet wurde, natürlich auch noch verteilen. Das passiert in diesen Wochen“, sagte er im Gespräch mit der OP.

von Michael Rinde

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