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"Veranstaltung fördert die Integration"

Theater "Veranstaltung fördert die Integration"

Türkische und deutsche Zuschauer amüsierten sich gemeinsam bei der Aufführung von "Stefanie integriert die Öztürks". Das Stück brachte das Theater "Halber Apfel" auf Einladung des türkisch-islamischen Vereins auf Neustadts Bühne.

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Botschaft des Stücks: Wichtig für die Integration ist das Verhältnis zu seinen Nachbarn.Foto: Wellner

Neustadt. Mit dem unerwarteten Sieg der deutschen Elf in letzter Minute gegen die türkische Mannschaft verliert Ali Öztürk eine Wette gegen Stefanie, die Freundin seiner Tochter. Damit beginnt für ihn eine Woche, in der er ausschließlich Deutsch sprechen darf. Am Ende der Woche muss er in einem Test seine Deutschkenntnisse und sein Wissen über Goethe beweisen.

Im weiteren Verlauf des Stückes lassen die Schauspieler um Murat Isboga, Drehbuchautor, Schauspieler und Gründer der türkisch-deutschen Theatergruppe, keine Klischees über Türken und Deutsche aus. So wirft beispielsweise Vater Ali seiner Frau vor, sie hätte sich verändert, seit sie den deutschen Pass hat: „Du redest von Disziplin, jeden zweiten Tag gibt es Kartoffeln, du schaust Lindenstraße und Dschungelkönig und bist nicht mehr spontan.“

Nach bestandenem Integrationstest zieht Ali Öztürk ein Fazit: „Schtefanie, jetzt warst du eine Woche bei uns, und wir kennen und mögen uns.“ Er folgert, das größte Problem der Menschen wäre, dass sie sich schlicht zu wenig kennen. Wichtige Politiker könnten wichtige Gesetze machen, aber entscheidend wäre, was die Menschen mit ihren Nachbarn machten. Auf die persönliche Ebene komme es an.

Die Zuschauer zeigten sich durchweg begeistert und lachten während des Stücks aus vollem Herzen. Fuat Dalar gefiel es so gut, dass er es schon zum zweiten Mal sah und unbedingt auch seiner Frau zeigen wollte. Er ist sich sicher: „So eine Veranstaltung fördert die Integration. Viele Szenen zeigen, wie schwierig der Kulturunterschied sein kann“. Kerstin Wehrmann und Michaela Krapp von der Kolping-Theatergruppe waren ebenfalls sehr angetan von dem, was ihre Schauspielkollegen auf der Bühne zeigten.

Diashow dreht sich um die ersten Gastarbeiter

Eine türkische Zuschauerin war erstaunt, dass so viele Deutsche dort waren und sich für dieses Thema interessierten. „Das Stück spricht wirklich die Probleme an, die die ersten Türken hier hatten mit der Integration“, sagte Ella Milewski, Stadträtin von Neustadt. Wie alle Besucher rührte sie die abschließende Diashow mit Bildern der ersten Gastarbeiter: „Da kommt alles wieder hoch, ich hab das ja damals als Kind miterlebt.“

Oguz Yilmaz, Vorsitzender des türkisch-islamischen Vereins, resümierte: „Was unsere erste Generation nicht erklären konnte, hat Isboga in eineinhalb Stunden erklärt. Über die Hälfte der 210 Besucher waren Deutsche. Dass sie sich dafür interessiert haben und einen Abend mit uns verbracht haben, finde ich klasse.“

von Stefanie Wellner

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