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Van Maaswaal wechselt zur Halbzeit

Division Schnelle Kräfte Van Maaswaal wechselt zur Halbzeit

In der Führung der Division Schnelle Kräfte steht ein weiterer Wechsel an: Der niederländische Brigadegeneral Jack van Maaswaal verlässt den Standort Stadtallendorf Ende dieser Woche.

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Brigadegeneral Jack van Maaswaal steht neben einem ausgestellten Hubschrauber in der Stadtallendorfer Herrenwald-Kaserne.

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Die Stadtallendorfer Division Schnelle Kräfte ist gemeinsam mit der 11. Luchtmobielen Brigade der niederländischen Streitkräfte ein Vorreiter. Seit Juni 2014 unterstehen die rund 2100 Fallschirmjäger der Brigade der Bundeswehr-Division. Brigadegeneral Jack van Maaswaal hat diesen Integrationsprozess als stellvertretender Divisionskommandeur zweieinhalb Jahre lang begleitet, zusammen mit einem Team von 13 weiteren niederländischen Offizieren und Unteroffizieren im Stab.

Jetzt verlässt van Maaswaal Stadtallendorf, um Aufgaben im Nato-Hauptquartier in Brüssel zu übernehmen. Der kommende Freitag ist sein letzter Tag am Divisionsstandort Stadtallendorf. „Ich gehe zur Halbzeit“, sagt van Maaswaal im Gespräch mit der OP.

Bilanz: „Wir liegen genau im Zeitplan“

Die vergangenen Jahre waren ein Stück Pionierarbeit bei der Integration der niederländischen Einheit in den deutschen Verband. Abstimmungsprozesse auf der Stabsebene standen in dieser Zeit im Vordergrund. Seine persönliche Bilanz: „Wir liegen genau im Zeitplan.“ Zum 1. Januar 2019 steht ein voll einsatzbereiter Gefechtsverband aus niederländischen und deutschen Soldaten bereit.

Er umfasst zwischen 1100 und 1200 Soldaten, aufgeteilt auf vier Kompanien, je zwei niederländischen und deutschen. Die Führung kann von deutscher wie von niederländischer Seite gestellt werden. „Dieser Verband wird alle Aufgaben übernehmen, die die Division Schnelle Kräfte hat“, sagt van Maaswaal. Diese Aufgaben reichen von der Befreiung und Evakuierung von Geiseln in Krisengebieten bis hin zu großen Luftlande-Operationen. Eines ist dabei allerdings auf deutscher wie niederländischer Seite klar.

Über den Einsatz der Soldaten entscheiden zunächst die jeweiligen nationalen Parlamente. Noch etwas ist in den vergangenen Jahren gelungen. Die niederländischen Soldaten übernehmen im Stab der Division weitreichende Aufgaben, die ansonsten deutsche Offiziere und Unteroffiziere innehatten.

Von der fertigen Theorie hin zu Großübungen

„Die Integration ist also gelungen“, sagt van Maaswaal. Zugleich sitzen zwei Bundeswehroffiziere im Stab der niederländischen Brigade.

Jack van Maaswaal gibt seine Aufgabe mit durchaus gemischten Gefühlen ab. Jetzt beginnt die Zeit, in der die in der Theorie begonnene Zusammenführung mit der Truppe praktisch umgesetzt wird. Im Oktober 2017 steht eine große Übung an. Wenn es seine neue Aufgabe zulässt, möchte er sie als Beobachter verfolgen. Dennoch freut er sich auch auf seine neue Aufgabe bei der Nato. Dort stünden dann politisch-strategische Fragen im Vordergrund.

Freizeit war knapper als erhofft

Die Region Stadtallendorf hat dem Niederländer sehr gut gefallen, auch wenn er nicht so viele Fahrradtouren unternehmen konnte, wie er es sich am Anfang vorgenommen hatte. Die Freizeit war knapper als erhofft. „Die Gegend hier ist wunderbar, die Menschen sind sehr nett“, spricht er ein Lob aus.

Er werde die Kameradschaft mit den deutschen Soldaten sehr vermissen, bekennt van Maaswaal. Zugleich hat er aber auch die kulturellen Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Streitkräften kennengelernt. Ein Problem sieht er darin aber nicht. So ist bei der Bundeswehr vieles stärker formalisiert.

„Bei uns ist ein Entschluss manchmal erst der Anfang einer Diskussion“, formuliert es der Niederländer, der seine Heimat in Roermond hat. Nachfolger van Maaswaals, der anlässlich seines Wechsels zur Nato zum Generalmajor der königlich-niederländischen Streitkräfte befördert wird, ist der künftige Brigadegeneral Hans Hoogstraten.

von Michael Rinde

HINTERGRUND

Die Unterstellung der 11. Luchtmobielen Brigade unter die DSK erfolgte mit einem Appell im Beisein von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihrer niederländischen Amtskollegin Jeanine Hennis-Plasschaert in Stadtallendorf. Im Februar wurde von beiden Ministerinnen der nächste Schritt dieser intensiven Zusammenarbeit besiegelt.

Eine deutsche Eliteeinheit, 800 Soldaten des Seebataillons Eckernförde, wird in die niederländische Marine integriert. Zugleich werden rund 3000 niederländische Soldaten der deutschen 1. Panzerdivision unterstellt. Jack van Maaswaal hat seine bisherigen Erfahrungen bereits an niederländische Kameraden weitergegeben.

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