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Unterwegs zwischen Berlin und Amöneburg

Wahlen Unterwegs zwischen Berlin und Amöneburg

Dr. Stefan Heck bleibt Stadtverordnetenvorsteher in Amöneburg: "Selbstverständlich", betont der neu gewählte Bundestagsabgeordnete.

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Das verschmitzte Lächeln ist typisch für Stefan Heck – Bundestagsabgeordneter in Berlin und Stadtverordnetenvorsteher in Amöneburg in Personalunion. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Amöneburg. Die Bürger Amöneburgs und insbesondere seines Heimatortes Mardorf sind stolz, dass Dr. Stefan Heck in den Bundestag eingezogen ist. Auch in Zukunft werden sie von dem Christdemokrat einiges zu sehen bekommen: Der Neu-Berliner behält sein Mandat als Stadtverordneter bei und bleibt Stadtverordnetenvorsteher. „Selbstverständlich“, wie er hervorhebt und erklärt: „Die Aufgabe in Amöneburg macht mir Spaß. Noch dazu ist es für einen Bundestagsabgeordneten ein Gewinn, wenn er in den heimischen Themen drinbleibt.“

Er will also weiterhin ein Ohr für die Amöneburger Belange offenhalten - auch wenn er dafür viel Zeit investieren muss. „Ich glaube, dass es in der Zeit, in der ich noch in Frankfurt arbeitete, viel schwieriger war, das Amt auszuüben“, sagt er. In Berlin gebe es rund 20 Sitzungswochen - in denen könne er natürlich nicht in der Heimat aktiv sein. Ansonsten schon.

In diesem Jahr gestaltet sich die Planung etwas schwieriger, da die Termine für Stadtverordnetenversammlungen bereits feststehen. Im kommenden Jahr hat Heck in seiner Funktion als Stadtverordnetenvorsteher jedoch alle Möglichkeiten, die Terminplanung zu beeinflussen. „Ich glaube, das wird gut funktionieren“, ist er zuversichtlich.

Seine politischen Mitstreiter in der Heimat freuen sich jedenfalls, dass Heck der Stadtverordnetenversammlung erhalten bleibt. „Solange seine Arbeit hier nicht unter der in Berlin leidet und er genug Zeit findet, ist das nicht schlecht“, kommentiert Peter Greib, der Vorsitzende der AWG, und lobt die „ruhige, sachlich Art“ Hecks, der sein Amt als Stadtverordnetenvorsteher „fair und unparteiisch“ wahrnehme.

Winfried Kaul zeigt sich wenig überrascht von der Entscheidung Hecks: „Er muss zu Hause angebunden sein, sonst entschweben seine Wähler.“ Der Vorsitzende der SPD, der selbst viele Jahre in Berlin lebte, sagt über den „Wahl-Berliner“: „Ich bin eigentlich immer kritisch, aber darüber, wie Stefan Heck als Stadtverordnetenvorsteher agiert, kann man nicht meckern - und das ist das höchste Lob, was ein Berliner von sich geben kann.“

„Ich begrüße es, dass ein Bundestagsabgeordneter in der Lokalpolitik präsent bleibt“, kommentiert Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und ergänzt: „Da er Einfluss auf die Termine hat und langfristig planen kann, sollte es keine Probleme geben - ansonsten hat der Stadtverordnetenvorsteher drei Vertreter, die einspringen können.“

„Ob er das auf die Dauer durchhält?“, fragt Rudi Rhiel, der Vorsitzende der FWG, zunächst, um dann zu urteilen: „Die Entscheidung ist nicht so schlecht. Stefan Heck macht als Stadtverordnetenvorsteher kein übermäßiges Spektakel, vergisst nichts und hat alles im Griff. Ich bin mit ihm zufrieden.“

Und natürlich ist auch Jan-Gernot Wichert, der Vorsitzende der CDU, glücklich: „Die Lücke, die er reißen würde, wäre nicht so leicht zu schließen. Und das gilt aus meiner Sicht fraktionsübergreifend.“ Er schätze Hecks Gradlinigkeit, Verbindlichkeit und Kompetenz und bezeichnet den neuen Bundestagsabgeordneten als „guten Netzwerker“. „Unsere Fraktionsarbeit bereichert er mit guten Ideen und der - ich nenne es mal - Kanalisierung beziehungsweise Strukturierung unserer Diskussionen“, lobt Wichert und prophezeit: „All dies wird sicherlich dazu führen, dass er nicht lange auf den hinteren Bänken im Bundestag sitzt.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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