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Unterwegs auf historischen Pfaden

Hatzbachtalwanderung Unterwegs auf historischen Pfaden

Unter dem Motto „Auf der Grenze der Landgrafschaft Hessen-Kassel“ veranstalteten die Wanderfreunde Hatzbachtal 1982 ihre 30. Internationale Hatzbachtalwanderung.

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Frank Drescher (links) und Stadträtin Olga Schmitt zeichneten Horst Erdel (Mitte) aus. Der stellvertretende Vorsitzende Peter Majdcinsky zeigte sich in der Uniform des Garnisonsregiments von Knoblauch aus dem Jahr 1765. Kleines Foto: Otto Kukowski (links) stempelte eine Starterkarte ab. Fotos: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Auf geschichtsträchtigem Boden waren am Himmelfahrtstag rund 900 Wanderer unterwegs. Es herrschte Volksfeststimmung zum Vatertag in Hatzbach. Autoschlangen, Busse und hunderte Wanderer bevölkerten die Wege rund um das Bürgerhaus und verwandelten die sonst eher ruhige Beschaulichkeit des Dörfchens in einen Ausnahmezustand und eine Hochburg für Wanderer.

Vielerorts hatten die Bewohner ihre Häuser mit Flaggen geschmückt, um die zahlreichen Wanderer, die aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern und Luxemburg nach Hatzbach gekommen waren, gebührend zu begrüßen. Schon am Mittwoch waren die ersten Wanderer aus Pforzheim und Siegen mit ihren Wohnmobilen in Hatzbach angekommen.

Seit 30 Jahren organisiert der Verein immer am Himmelfahrtstag die Wanderung und seither ist Horst Erdel der Vorsitzende der Wanderfreunde Hatzbachtal. Zum Jubiläum wurde die Wanderung zum ersten Mal und in Anlehnung an das vergangene Grenzgangfest als Themenwanderung unter dem Motto „Auf der Grenze der Landgrafschaft Hessen-Kassel“ veranstaltet. Sie thematisierte die jahrhundertelange Grenzlage des hessischen Dorfes Hatzbach an der Grenze zum Kurfürstentum Mainz.

Dabei führten die elf und zwanzig Kilometer langen Strecken auf über drei Kilometern Länge auf der historischen Grenze der früheren Grafschaft Hessen-Kassel zur Landgrafschaft Hessen-Marburg und dem Kurfürstentum Mainz entlang.

„Am Wanderweg markieren zahlreiche historische Grenzsteine noch heute die frühere Grenze zwischen Hessen-Kassel und Kurmainz und machen die Strecken für die Wanderer noch interessanter“, berichtete Horst Erdel. Alle Wanderstrecken führen zum sogenannten „Nadelöhr“, einem frühen germanischen Heiligtum. Dort fanden die Wanderer auch eine von drei Pausenstellen. Als Erinnerung an die Jubiläumswanderung erhielt jeder Wanderer die Reproduktion einer Postkarte aus der Zeit um 1900 die erst kürzlich bei einer Internetauktion in die Vereinshände gelangte. Das Motto der Wanderung wurde auch im Bürgerhaus noch einmal aufgegriffen. Dort waren Reproduktionen alter Karten aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Zur Siegerehrung schlüpfte der stellvertretende Vorsitzende Peter Majdcinsky in die speziell für den Tag angefertigte Uniform des Garnisonsregiments von Knoblauch aus dem Jahr 1765. Im Verlauf der Veranstaltung ehrten Ortsvorsteher und Schirmherr Frank Drescher und Stadträtin Olga Schmitt den Vorsitzenden Horst Erdel für 30 Jahre ehrenamtliche Vorstandstätigkeit. Sie überreichten die goldene Ehrenplakette der Stadt Stadtallendorf.

„Die Großveranstaltung ist längst zu einer Tradition geworden und trägt sehr zu unserem Vereins- und Dorfmiteinander bei“, betonte Drescher. „Du bist seit über 30 Jahren der Kapitän an der Spitze und verkörperst den Verein und es ist Dir immer gelungen Mitstreiter zu begeistern“, würdigte Drescher den Einsatz von Horst Erdel.

von Karin Waldhüter

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