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Unterricht in Erksdorf und Betreuung in Hatzbach

Kompromiss Unterricht in Erksdorf und Betreuung in Hatzbach

In der langwierigen Diskussion um die Zukunft des Grundschulstandortes Hatzbachtal gibt es Fortschritte. Die Ortsbeiräte Hatzbach, Erksdorf und Wolferode haben einen Konsens erzielt.

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Thilo Traub vom staatlichen Schulamt (von links), Schuldezernent Marian Zachow, Bürgermeister Christian Somogyi, Erksdorfs Ortsvorsteher Udo Krebs, Hatzbachs Ortsvorsteher Frank Drescher und Wolferodes Ortsvorsteher Armin Naumann (verdeckt) informierten.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Schulunterricht in Erksdorf, Nachmittagsbetreuung in Hatzbach - das ist der zentrale Kompromiss, den die Ortsbeiräte in einem Beschluss festgehalten haben. „So können beide Dörfer ihren Standort erhalten“, sagte Erksdorfs Ortsvorsteher Udo Krebs. An diesem Ziel ist auch Frank Drescher, Krebs’ Pendant aus Hatzbach, viel gelegen - so viel, dass man von Hatzbacher Seite sogar bereit ist, künftig auf Unterricht für die Grundschüler im eigenen Ort zu verzichten.

Ohne diese Zugeständnisse, so Drescher, sei keine Einigung zwischen den Ortsbeiräten möglich gewesen. Derzeit findet der Unterricht der Grundschule Erksdorf-Hatzbach-Wolferode für die erste und zweite Klasse sowie die anschließende Betreuung in Hatzbach statt, dritte und vierte Klasse sowie die Verwaltung sind dagegen in Erksdorf ansässig. Angesichts sinkender Schülerzahlen hat die Schulleitung schon vor Jahren eine Diskussion um die Zukunft der Standorte angeregt.

Zachow: "Wir brauchen eine breit getragene Lösung"

Für das kommende Schuljahr sind gerade einmal 58 Kinder angemeldet. Damit schrammte die „Grundschule Hatzbachtal“ nur knapp an der Reduzierung auf drei Klassen vorbei.

Bei den bisherigen Überlegungen, wie die Schule langfristig zu erhalten ist, hatte auch die Schließung eines Standortes - entweder in Hatzbach oder in Erksdorf - im Raum gestanden (die OP berichtete). „Damit ist aber niemandem gedient“, stellte Marian Zachow (CDU), Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent des Landkreises, klar. Er begrüßte den Beschluss der Ortsbeiräte: „Wir brauchen eine breit getragene Lösung. Dabei darf ein Ort nicht gegen einen anderen ausgespielt werden.“

Wie schnell nun eine Entscheidung in der Standortfrage getroffen wird, hängt vor allem vom Kreis als Träger ab. Man werde die Machbarkeit des Beschlusses „zügig und mit großer Ernsthaftigkeit“ prüfen, versicherte Zachow.

Dabei gehe es vor allem um die Fragen, ob die vorgeschlagene Trennung der beiden Standorte nach pädagogischen Kriterien sinnvoll ist und inwiefern die baulichen Veränderungen umgesetzt werden können. Die finanziellen Möglichkeiten des Landkreises seien allerdings begrenzt, merkte Zachow an.

Klare Forderungen an den Landkreis

Die Ortsbeiräte haben diesbezüglich einige Forderungen formuliert, die an den Beschluss geknüpft sind. Beide Gebäude müssten aufgrund des größeren Platzbedarfs ausgebaut werden, sagte Frank Drescher. In Erksdorf werden zwei zusätzliche Klassenräume benötigt, in Hatzbach unter anderem eine Mensa für das Mittagessen. Die Ortsbeiräte bestehen laut Beschluss darauf, dass diese Bauarbeiten „ohne größere zeitliche Verzögerung voneinander“ sowie „nicht in modularer Bauweise“ vorgenommen werden.

Sollte die Aufteilung der beiden Standorte tatsächlich über die Bühne gehen, greift das Ganztagsschul-Konzept „Pakt für den Nachmittag“. Schulleiterin Margarita Zimmermann stellte das Programm des Landes Hessen vor. Die Kinder würden demnach von acht bis 13 Uhr in Erksdorf unterrichtet und danach mit dem Bus nach Hatzbach fahren. Dort sind Mittagessen, Lernzeit sowie „freizeitpädagogische Angebote“, bei denen nach Wunsch der Ortsbeiräte auch örtliche Vereine mitwirken sollen, bis spätestens 17 Uhr vorgesehen.

von Yanik Schick

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