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Unter dem Strich stehen 4,8 Millionen

Stadionmodernisierung Unter dem Strich stehen 4,8 Millionen

Die Diskussion um eine umfassende Sanierung und Aufwertung des Herrenwaldstadions ist jahrzehntealt. Jetzt gibt es ein Konzept, das realisierbar scheint - wenn das Geld dafür da ist.

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Ganz offensichtlich braucht das Herrenwaldstadion eine neue Laufbahn.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Mehr als drei Jahre Arbeit steckt in den Planungen, die Bürgermeister Christian Somogyi gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung wie auch Bernd Weitzel, Vorsitzender des TSV Eintracht Stadtallendorf, und Reiner Bremer in den Grundzügen der OP vorstellte. Zum Arbeitsteam bei Bestandsaufnahme und Vorplanung gehörten Bremer und Susanne Fritsch von der Verwaltung, Mitglieder der Eintracht-Abteilungen Leichtathletik und Fußball und naturgemäß ein beauftragtes Planungsbüro.

Das Herrenwaldstadion in Stadtallendorf soll saniert werden. In den nächsten vier bis fünf Jahren sollen nach einer ersten Kostenschätzung rund 4,8 Millionen Euro in die Sportstätte fließen. 

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In den nächsten vier bis fünf Jahren sollen nach der Kostenschätzung rund 4,8 Millionen Euro in das Stadion fließen. Und das in verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen. Ein zentrales Element ist die Schaffung von sechs Laufbahnen rund um den Rasenplatz - eines der zentralsten Probleme dieses Stadions seit Jahrzehnten aus Leichtathletensicht. Bei den einst vorhandenen Bahnen reichen die Radien seit langem nicht mehr für ein zeitgemäßes Lauftraining. Damit das Realität werden kann, müssen allerdings die jetzigen Stehtribünen verlegt werden. Warum reichen nicht vier Laufbahnen wie in anderen Stadien? Damit wären höchstens Kreismeisterschaften im Herrenwaldstadion austragbar, erläutert Weitzel stellvertretend. Und der hessische Leichtathletikverband habe bei Konsultationen auch schon ein Signal geschickt, mindestens eine hessische Meisterschaft pro Jahr zukünftig in Stadtallendorf auszutragen. Davon könnte dann die ganze Stadt wiederum profitieren, etwa durch Übernachtungsgäste und natürlich auch einen Imagegewinn. Das Modul Laufbahnen ist laut Somogyi aber frühestens im übernächsten Jahr realisierbar.

„Alles steht unter dem Vorbehalt, dass wir es aus unserem Haushalt heraus auch finanzieren können“, betont der Bürgermeister, der sich allerdings für die Umsetzung dieser Konzeption stark macht, wohlwissend, dass der Handlungsbedarf beim Stadion hoch ist. Somogyi hatte Planungen zwischenzeitlich dem Magistrat und den Fraktionsvorsitzenden präsentiert. „Bisher gibt es aus der Politik keinen Widerspruch dazu“, sagt er gegenüber der OP.

Zunächst soll im nächsten Jahr die gesamte Elektroinstallation im Stadion wie auch die Kanalisation saniert werden. Dafür wird bereits Geld im Haushalt stehen. Da das Stadion in der Wasserschutzzone II liegt, komme dem Thema Kanal ohnehin eine besondere Bedeutung zu, erläutert Susanne Fritsch. Alle Module sind so angelegt, dass sie aufeinander aufbauen und Doppelarbeiten vermieden werden. Im ersten Modul ist auch die bereits beschlossene Kunstrasenplatz-Sanierung enthalten. Dann folgte der „große Brocken“ mit den Laufbahnen. Weitere Module sehen zum Beispiel das Schaffen von Verkaufsräumen am Rande des Spielfeldes, die Modernisierung des Kleinsportfeldes und der Wegeführung vor.

Eine Hommage an Klaus-Peter Rädel

Eine ganz wichtige Botschaft in Richtung Stadt und Politik formuliert Bernd Weitzel vom Gesamtvorstand des TSV: „Alle acht Abteilungen unseres Vereins tragen das Konzept mit, es gibt keine Eifersüchteleien“. Das war eine Botschaft, die Somogyi nach eigenen Worten auch vom Verein gewünscht hatte. Bernd Weitzel sieht das jetzt geschaffene Konzept zugleich „als eine Hommage an Klaus-Peter Rädel, der sich seit Jahrzehnten für die Stadionmodernisierung eingesetzt hatte und der erkrankt ist“.

Was geschieht, wenn es den Eintracht-Fußballern gelänge, in dieser Saison in die Regionalliga aufzusteigen? „Dann werden wir reagieren und das Konzept entsprechend anpassen“, verspricht Somogyi. Er wünsche den Eintrachtlern „noch viele Siege“. Das Projekt Herrenwaldstadion in seiner ganzen Dimension kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Stadt bereits ein weiteres Millionenprojekt vor Augen haben muss - die Modernisierung oder den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in der Kernstadt. Somogyi versichert gegenüber der OP, dass er das Thema Feuerwehrstützpunkt dabei als Pflichtaufgabe sieht, die Vorrang genieße. Wobei dieses Vorhaben beim Eigenbetrieb Dienstleistungen und Immobilien angesiedelt wäre. Derzeit läuft eine Studie, die klären soll, ob es nun ein Neubau wird oder eine Aufstockung (die OP berichtete).

Die Kommunalpolitik soll sich im Dezember mit dem Stadionkonzept auseinandersetzen und grundsätzlich „grünes Licht“ für die Planungen geben. Dann soll auch eine Auflistung der Folgekosten, die entstehen werden, vorliegen. Darunter fallen auch die mit Sicherheit nach der Modernisierung steigenden Abschreibungen.

Somogyi baut in jedem Falle auf eine Kooperation mit dem Landkreis als Schulträger, auch, um Kosten zu teilen (siehe auch den Beitrag "Schule hat Bedarf, Kreis prüft Zusammenarbeit").

von Michael Rinde

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Bei der geplanten Herrenwaldstadion-Modernisierung setzt der Bürgermeister der Stadt Stadtallendorf auf eine Kooperation mit dem Landkreis als Schulträger. Von dort gibt es erste positive Rückmeldungen.

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