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„Unser Ludwig“ streut Mardorfer Platt ein

Amöneburg „Unser Ludwig“ streut Mardorfer Platt ein

Rund 1 000 Besucher feierten am Mittwochabend zum Abschluss der Magdalenenoktav in der Lindaukapelle ein großes Glaubensfest.

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Applaus begleitet Bischof Ludwig Schick beim Auszug aus der Lindaukapelle. Dabei trägt er die bischöflichen Insignien Stab, Ring, Brustkreuz und Mitra.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. Höhepunkt und Abschluss der einwöchigen Magdalenenoktav war am Mittwochabend der Festgottesdienst, den Bischof Ludwig Schick in der Lindaukapelle zelebrierte. Kaum bewältigt werden konnte der nicht enden wollende Strom von Fahrzeugen, der sich hinauf zur Lindaukapelle schlängelten. Die Reihe der parkenden Autos reichte fast bis zum Kirchhainer Kreisel, und mancher unternahm einen Fußweg hinauf zur Amöneburg, um bei dem Festgottesdienst dabei sein zu können.

Monsignore Bernhard Klatt brachte es zu Beginn des Festgottesdienstes so auch gleich auf den Punkt: „Heute kommt unser Ludwig.“ In seiner Predigt betonte Bischof Ludwig Schick zunächst, wie gerne er wieder zur Lindaukapelle gekommen sei, um über das christliche Leben nachzudenken, zu beten und den Segen Gottes auf die Oberhessen hinabzurufen.

„Dieses Jahr ist auch ein Gedenkjahr für mich“, sagte der Erzbischof. Vor 60 Jahren sei er in Marburg geboren worden, vor 40 Jahren habe er das Abitur auf der Amöneburg gemacht und Oberhessen verlassen. „Mit Euch und meiner Heimat bin ich aber immer verbunden geblieben“, betonte er und bewies dies, indem er in die Predigt auch einmal einen Satz in Mardorfer Dialekt einstreute.

Eine Woche lang zögen seit Generationen die Gläubigen zur „Linna“ um die Freude am Glauben zu erneuern. „Die Heiligen, die wir in der Lindauoktav betrachten, sind wichtig“, sagte Schick. Heilige seien gelebtes Evangelium, an ihnen könne man ablesen, wie Glaube gelebt werden solle.

Er erinnerte an die heilige Martha von Bethanien, deren Gedenktag am 29. Juli gefeiert wird. Martha begegne den Gläubigen zum einen als Zeugin der Auferstehung in der Heiligen Schrift, aber zum ersten Mal während eines Besuches Jesu im Hause der Geschwister Martha, Maria und Lazarus“, so der Bischof. Martha, die scheinbar von Jesus getadelt werde, da sie versuche seinen Besuch besonders schön zu machen, während ihre Schwester Maria den Erzählungen Jesu lauschte. „Vergiss das zweite Standbein nicht, das Beten, die innere Ruhe, den Frieden“, habe Jesu Martha gemahnt.

„In unserer heutigen hektischen, betriebsamen Welt, wo Frauen für Familie, Mann, Kinder und Haushalt da sein sollen und zugleich zur Arbeit gehen, kommen sie noch leichter aus dem Gleichgewicht“, sagte der Bischof und richtet sein Wort besonders an die Frauen.

Es sei wichtig, das andere Standbein zu bewahren. „Arbeit und Gebet, Aktion und Kontemplation, Sorgen und inneren Frieden haben, müssen zusammenbleiben“, mahnte Bischof Schick. Martha sei die Lebenstüchtige, und sie wolle uns lebenstüchtig machen, indem sie auf die beiden Standbeine hinweise: Beten und Arbeiten. „Das heißt konkret: Morgengebet, Tischgebet, Abendgebet, Sonntagsgottesdienste, Bibellesen, regelmäßige Beichte und die Teilnahme an einer Wallfahrt.“

Stimmungsvoll endete der von dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf begleitete Festgottesdienst mit dem Bonifatiuslied und dem Segen des Bischofs.

von Karin Waldhüter

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