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Ungewöhnlich und zum anfassen

Konzert Ungewöhnlich und zum anfassen

Zum Abschluss des Kultursommers gastierte erstmals die Musikgruppe "Kääsbohrer" aus Marburg in der Brücker Mühle in Amöneburg.

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Hautnah erlebte das Publikum Wolfgang Schekanski (Kontrabass), Sabine Harr (Akkordeon) und Willi Schimanski (Gitarre) in der Brücker Mühle.Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Die letzte Vorstellung des Kultursommers musste dann doch noch vom Mühlenhof in die Mühle verlegt werden - das Wetter wirbelte die Pläne des Brücker Vereins etwas durcheinander.

Zwischen dem alten Pumpwerk und den Fachwerkbalken wurde es dann für die rund 70 Besucher kuschelig und die Gäste konnten die Gruppe „Kääsbohrer“ sprichwörtlich zum Greifen nah erleben. Platz genug war allemal auf der kleinen Bühne für Sabine Harr, die als Dr. Ida Oberstein auftrat. Willi Schimanski heißt vor Publikum Mensch Meier, weil er auf der Bühne immer „derjenige ist, der quatscht“. Der dritte im Bunde ist „Herr Schikanovsky“, der eher still seinen Kontrabass zupft und im wirklichen Leben Wolfgang Schekanski heißt.

Seit acht Jahren ist die Gruppe gemeinsam unterwegs, untermalt Vernissagen, spielt auf Gartenfesten und in Kneipen. Die Stücke schreiben die Drei überwiegend selbst. Sie singen bayrisch, versuchen sich auf Hochdeutsch oder Italienisch - fragen dann aber doch vorsichtshalber im Publikum nach, ob vielleicht jemand Italienisch spricht. Denn in einer Pizzeria habe man ihr Lied schon einmal für Spanisch gehalten.

Die Texte sind humorvoll, wie zum Beispiel das Lied über die Schwerkraftallergie, manchmal auch etwas schräg, wie das „Kääsbohrerlied“ , bei dem sich die Gruppe gehörig selbst auf die Schippe nimmt.

Ungewöhnlich ist die Instrumentenauswahl. Sabine Harr hält sich mit ihrem Akkordeon für „am wenigsten sexy“. Willi Schimanski zaubert nach einen Saitenriss wie aus dem Nichts eine zweite Gitarre herbei. Und Wolfgang Schekanski steuert mit seinem Kontrabass die tiefen Töne bei.

Die Musiker ergänzen sich vortrefflich und begeistern mit einem vielseitigen Repertoire, das von Polka über Westernmusik bis hin zu Walzer und Reggae reicht. Viele Melodien, wie zum Beispiel der „Schwammdrüber-Blues“ gehen ins Ohr und von dort direkt in die Beine. Und mancher Besucher schlägt den Takt mit - ob er nun will oder nicht. Lieder wie das von der „Schwerkraftallergie“ sorgen mit valentinesken Wortfindungen für Heiterkeit.

Kirchhains Altbürgermeister Klaus Hesse war begeistert: „Kääsbohrer ist sehr unterhaltsam, mit gefällt der schräge, unerwartete Humor.“

Im Laufe des Jahres bietet der Brücker Verein Kultur- und Bildungsveranstaltungen an. Die nächste findet am 6. Oktober statt, dann lädt der Verein zur Wanderung zu den Magerrasenwiesen ein. Start ist um 13 Uhr an der Mühle.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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