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Unfall auf der B62 bleibt gesühnt

Gericht Unfall auf der B62 bleibt gesühnt

Wenn bei einem Verkehrsunfall Verletzte zu beklagen sind, zieht das für den Verursacher automatisch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach sich. Über einen Strafbefehl hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 800 Euro gegen einen Unfallverursacher beantragt. Da dieser gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte, landete der Fall vor dem Kirchhainer Amtsgericht bei Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug.

Kirchhain. Laut der von Amtsanwältin Julia Schmid verlesenen Anklageschrift war der 34-jährige Stadtallendorfer am 27. September 2015 um 3.50 Uhr von Biedenkopf kommend auf dem Heimweg, als er in seinem BMW auf der B62 bei Kirchhain nach links auf die Gegenfahrbahn geriet und mit dem Auto einer in Richtung Marburg fahrenden Frau kollidierte.

Der Unfall verlief erfreulicherweise glimpflich. Der BMW-Fahrer, ein verheirateter Vater von zwei Kindern, blieb unverletzt. Die Frau klagte unmittelbar nach dem Unfall über Schmerzen in einem Bein, trug aber keine dauerhaften Folgen davon. Deshalb verzichtete sie auf eine Strafanzeige gegen den Unfallverursacher.

Der angeklagte Produktionsarbeiter ließ über seinen Anwalt mitteilen, das er keinerlei Erinnerungen an den Unfall habe, aber einräume, mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn gelangt zu sein. Dies hatten auch Fotos vom Unfallort belegt.

Die Verteidigung regte eine mit Blick auf die geringfügigen Unfall-Folgen, die nicht gestellte Strafanzeige und die im Gerichtsbezirk übliche Einstellungspraxis in solchen Fällen nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung eine Einstellung des Verfahrens an. „Die 1200 Euro inklusive Nebenkosten gehen zu Lasten der Familie“, erklärte die Verteidigung.

Das war mit Amtsanwältin Julia Schmid nicht zu machen - knapp ein Jahr nach einem Fahrverbot für den Angeklagten. Der Einspruch wurde darauf zurückgezogen.

von Matthias Mayer

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