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Und plötzlich waren sie zu siebt

Wasserbüffel-Projekt Und plötzlich waren sie zu siebt

Bruno, der feurige Italiener, passt ganz genau auf seine fünf rumänischen Wasserbüffel-Frauen und die zwei Jungtiere auf - dabei sind die zwei Kälber eigentlich nur Adoptiv-kinder des Zuchtbullen.

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Markus Rhiel tätschelt Bulle Bruno den Kopf und lässt es stauben.Fotos: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Die fünf Wasserbüffel, die seit rund neun Monaten in der Flur „Das Arlle“ bei Roßdorf leben (die OP berichtete), fühlen sich sichtlich wohl. Die außergewöhnliche Herde hat sich in der kurzen Zeit zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region entwickelt und sich zudem vermehrt. Neu in der Runde sind Bulle Bruno und zwei Kälber, die allerdings kein verwandtschaftliches Verhältnis haben. Nein, die Tiere und ihre Besitzer kamen quasi wie die Jungbüffel zum Kind.

Die Nachricht sei überraschend gekommen, erinnert sich Markus Rhiel. Mario Ebinger, mit dem er sich um die Wasserbüffel kümmert, rief ihn eines Morgens an und sagte die Worte, die wahrscheinlich jeder Mensch irgendwann unbedingt hören möchte: „Wir haben ein Kalb.“ Dabei hatten die beiden gelernten Landwirte, die allerdings anderen Berufen nachgehen, die fünf Wasserbüffel-Frauen eigentlich „ungedeckt“ gekauft. „Das war eine Fehlinformation“, nimmt‘s Rhiel mit Humor. Sara war bereits schwanger, als sie nach Roßdorf kam - die Tiere tragen im Durchschnitt zehn Monate und zehn Tage. Und Ronja, wie sich herausstellte auch, denn sie brachte nur drei Wochen später ein Kalb zur Welt. „Sie hatte einen enormen Bauchumfang, da hatte ich zumindest einen Verdacht“, erklärt der Roßdorfer.

Einsetzende Kälte macht den Tieren nichts aus

Aus den fünf aus einer rumänischen Linie stammenden Wasserbüffeln waren also schnell sieben geworden. Und das, noch bevor Zuchtbulle Bruno dazustoßen konnte. Den hatten Ebinger und Rhiel im Paket mit Gustl und Volker gekauft, um perspektivisch für Nachwuchs zu sorgen. Zunächst lebten die drei auf einer Wiese bei Mardorf in einer reiner „Männer-WG“. Erst seit kurzem lebt der „feurige Italiener“, wie Rhiel das Tier aufgrund seiner Herkunft bezeichnet, zusammen mit den Büffel-Weibchen. „Seitdem ist er entspannter. Mit den anderen Jungs hat er sich immer wieder gekabbelt“, berichtet Rhiel und freut sich, dass Bruno hervorragend auf seine Herde achte und auch die Adoptiv-Kälber voll akzeptiere. „Er ist eigentlich ein ganz Lieber und Friedlicher“, ergänzt er, mahnt allerdings: „Er ist immer noch eine Bulle, der auf seine Herde aufpasst.“ Neugierige Besucher sollten sich dem Tier also nicht unvorsichtig nähern. Was sie aber ohnehin nicht tun sollten: Gäste sind in „Das Arlle“ gerne gesehen, solange sie sich außerhalb des umzäunten Büffel-Geländes auf den Wegen halten und die Tiere und die Natur respektvoll behandeln - was in den vergangenen neun Monaten gut klappte, wie die Züchter berichten. Rhiel jedenfalls findet, es gibt nichts Entspannenderes, als den Wasserbüffeln eine Stunde lang zuzuschauen und die Welt drumherum zu vergessen.

Die so langsam einsetzende Kälte macht den Wasserbüffeln im Übrigen nicht zu schaffen: „Sie kriegen ein Winterfell und sind vor allem da, wo die Organe sind, stark behaart“, erklärt er.

von Florian Lerchbacher

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