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Und plötzlich ging alles schnell

Erfahrungen eines Schulleiters Und plötzlich ging alles schnell

Im Juli beendet Wilhelm Werner seine Karriere. Dann geht der Leiter der Alfred-Wegener-Schule in Altersteilzeit – gleichzeitig wehmütig wie auch zuversichtlich.

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Neuer Schulhof, neue Mensa, neue Aula – eine Umgebung, die Wilhelm Werner stolz und glücklich macht.

Quelle: Lerchbacher

Kirchhain . „Schule muss Teil der Gesellschaft sein“, lautet eins der Mottos von Wilhelm Werner.

Wenn der Schulleiter der Alfred-Wegener-Schule (AWS) im Juli in den Ruhestand geht, kann er zufrieden zurück- aber auch zuversichtlich nach vorne schauen, denn „seine“ Einrichtung scheint für die Zukunft gewappnet zu sein:

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die größte Schule des Landkreises mehr und mehr zum Lebensraum – zum Beispiel durch eine neue Aula, eine neue Mensa und eine sanierte Turnhalle, die das Ganztagsangebot in seiner Qualität noch verbessern.

Sieben Jahre war Werner Direktor der AWS und bekleidete somit eine Position, die der 63-Jährige eigentlich nie angestrebt hatte: Im Alter von 50 Jahren wurde er einen Tag vor Weihnachten 1998 von Gerhard Müller, dem Schulleiter der Martin-Luther-Schule Marburg, zu dessen Stellvertreter ernannt. „Ich wollte mich noch einmal in einer Funktionsstelle ausprobieren. Eine Überlegung war, in die Lehrerausbildung zu gehen“, erinnert sich Werner.

Plötzlich war er jedoch, bei seiner dritten Station als Lehrer, stellvertretender Schulleiter: „Die anderen Optionen waren weg“ und alles ging ganz schnell. Zwangsläufig war der nächste Schritt, Leiter einer Einrichtung zu werden. Im Jahr 2002 übernahm er die Geschicke der MLS kommissarisch als stellvertretender Schulleiter, zwei Jahre später ging er auch den letzten Karriereschritt und übernahm die Leitung der AWS.

Schon seit seiner Zeit an der Volksschule hatte der gebürtige Kombacher in die Fußstapfen seiner Vorbilder treten wollen, weil sie hervorragende Pädagogen gewesen seien und sich gut um ihre Schüler kümmerten.

Was sie in den beiden, jeweils vier Jahrgänge umfassenden Klassen mit mehr als 50 Schülern jedoch wirklich leisteten, sei ihm erst später richtig bewusst geworden, betont Werner und gibt zu, dass er als Direktor das Unterrichten der Schüler vermisst habe: Es sei aber schlicht keine Zeit mehr dafür gewesen.

Entsprechend musste er sich umstellen, gleichzeitig sich selbst aber treu bleiben: Authentisch zu sein, mache einen guten Schulleiter aus. Zudem müsse er ein offenes Ohr für jeden haben, gut zuhören aber auch Aufgaben delegieren können: „Man muss ein Auge dafür haben, welche Fähigkeiten und Wünsche die Kollegen haben, um sie zu motivieren und ihnen zu größtmöglicher Entfaltung zu helfen.“

von Florian Lerchbacher

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