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Und es wäre noch mehr drin gewesen

Kulturspektakel Und es wäre noch mehr drin gewesen

Hervorragende Stimmung herrschte zu Beginn der Woche in der Schlossruine: bei den Kindern, die das Spektakel-Programm genossen, und bei den Veranstaltern, die sich über die erste Bilanz freuten.

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Die Pia-Nino-Band (großes Bild) unterhielt gestern die Grundschüler. Einen Tag zuvor
kamen Kindergartenkinder in den Genuss von Kultur.Fotos: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Gut gelaunt und voller Vorfreude betreten Grundschüler aus Mardorf, Amöneburg und Dreihausen den Zwinger der Schlossruine. Soeben haben sie Birgit Gruß, eine der treibenden Kräfte des Kulturspektakels dazu gebracht, ihnen ein paar Informationen über die historischen Mauern zu geben. Außerdem freuen sie sich auf die Pia-Nino-Band, die „Kindermusik zum Mitrocken“ ankündigt - und ihr Versprechen auch halten wird.

Ohne Anlaufschwierigkeiten haben die Künstler die volle Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen, die das Programm nicht nur konzentriert verfolgen, sondern auch elanvoll mitmachen - ganz so wie einen Tag zuvor Kindergartenkinder aus sechs Einrichtungen, die vergnügt beim Musical „Die Olchis räumen auf“ mitfiebern.

Das Kinderspektakel ist Teil des Kinderkultursommers. „Was uns von dort angeboten wird, kann man immer bedenkenlos annehmen. Das sind immer tolle, qualitativ hochwertige Programmpunkte“, betont Gruß und freut sich, dass die Resonanz von Grundschulen und Kindergärten hervorragend sei. „Es ist klasse, dass Lehrer und Erzieher Kindern Kultur näherbringen wollen.“ Insgesamt kamen 350 Jungen und Mädchen in den Genuss der beiden Aufführungen - es hätten aber noch weit mehr sein können. Die Anfragen hätten vorgelegen, und der Platz wäre auch vorhanden: „Aber die Künstler setzen uns Grenzen - was auch verständlich ist: Sie wollen Kontakt zu ihren Zuschauern haben, und das geht nur, wenn die Gruppen einigermaßen überschaubar sind.“

Gruß hat aber noch einen weiteren Grund, gut gelaunt zu sein. „Das war das beste Kulturspektakel bisher“, sagt sie und plaudert aus dem Nähkästchen: „Erstmals ist ein Plus herausgekommen.“ Ihr Chef, Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg will das zwar eigentlich nicht bestätigen, da er - wie schon in den vergangenen Jahren - so früh keine finanzielle Bilanz ziehen möchte. „Es gibt immer noch ein paar Unbekannte, aber nach dem ersten Durchrechnen sieht es gut aus. Ich will das Plus noch nicht beziffern - aber es sollte ein positives Ergebnis herauskommen.“ Die Kritiker aus der Stadtverordnetenversammlung werden ihm das zwar erst glauben, wenn er es ihnen schwarz auf weiß vorlegt. In diesem Zusammenhang kündigt der Rathauschef an, auch die Stunden, die der Bauhof investieren musste, wieder einzuberechnen: „Wurde ja auch gefordert.“ Der Förderverein des Kulturspektakels habe in diesem Jahr zahlreiche Arbeiten selber erledigt, so dass der Bauhof weitaus weniger als in der Vergangenheit im Einsatz war, hebt Gruß hervor und spricht Richter-Plettenberg großes Lob aus: Er sei Motivator und zeige selbst großen persönlichen Einsatz: „Ich kenne keinen Bürgermeister, dem man zum Beispiel sagen kann, dass er mal Stühle wegräumen soll - aber hier ist das der Fall. Er leistet viel für die Veranstaltungen.“

Doch zurück zu den wahrscheinlich schwarzen Zahlen: Als Gründe dafür führt Richter-Plettenberg das gute Wetter, den erhöhten Getränkeverkauf und das „noch bessere“ Sponsoring an. Zudem seien keine Künstler verpflichtet worden, denen hohe Gagen gezahlt werden müssten.

Nach der Kritik der vergangenen Monate aus Teilen der Lokalpolitik verspürt Gruß eine gewisse Genugtuung über den guten Verlauf des gesamten Kulturspektakels. Der Bürgermeister lässt sich in dem Zusammenhang nur zu einem kurzen Kommentar hinreißen: „Ich hätte eigentlich erwartet, dass sich die Kritiker vor Ort auch mal sehen lassen, um sich eine Grundlage für ihr Urteil zu schaffen. Fakten und Eindrücke sind immer eine gute Basis, wenn man sich ein fundiertes Bild machen will.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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