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Unbekannte Droge soll Erinnerung gelöscht haben

Gericht Unbekannte Droge soll Erinnerung gelöscht haben

Gemeinschaftlich sollen sie andere Personen körperlich misshandelt, geschädigt und schließlich durch einen Park gehetzt haben - dafür mussten sich drei Angeklagte vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

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Neustadt. Am frühen Morgen des 7. Juni 2014 sollen die drei Angeklagten, alle 1993 geboren, in Neustadt eine Auseinandersetzung begonnen haben. Wie es zu den Handgreiflichkeiten im Laufe eines Diskoabends, der nach einem Handballturnier stattfand, gekommen war, konnten die Angeklagten teilweise nicht mehr erklären. Aufgrund eines erhöhten Alkoholpegels seien nur begrenzt Erinnerungen an den Abend vorhanden, erklärten sie. Zudem berichtete einer der Angeklagten, einmalig eine unbekannte Droge konsumiert zu haben, die er an dem Abend von einem Freund erhalten hatte. Ab diesem Zeitpunkt erinnere er sich an nichts mehr, weder wie er zu der Diskofeier gekommen sei, noch wie er die weiteren Angeklagten getroffen habe. „Seit dem Vorfall habe ich keinen Alkohol mehr konsumiert, um nie mehr in so eine Situation zu kommen“, beteuerte er.

Handballer sagen, vier Männer hätten einen bedroht

Die anderen beiden Angeklagten besuchten gemeinsam die Feier der Handballer im Haus der Begegnung. Der erste Angeklagte kam laut Anklage gegen drei Uhr morgens in einen Konflikt einem mit ihm Unbekannten. Während dieser verbalen Auseinandersetzung soll er zuerst zugeschlagen haben, der zweite Angeklagte sei daraufhin dazugekommen.

Er schilderte, wie die Personen, mit denen sie aneinandergeraten waren, schließlich in den Bürgerpark gelaufen seien. Die Angeklagten gaben an, die Männer hätten sie dabei beleidigt. „Die Beleidigungen haben mich mitgenommen. Wir sind dann alle drei hinter ihnen hergelaufen, bis wir ans Rathaus kamen“, erzählte der Angeklagte.

Zwei Mitglieder des Handballvereins schilderten die Geschichte etwas anders: So hätten vier ihnen unbekannte Männer gegen vier Uhr nachts ihre Mannschaftskollegen umstellt und bedroht.

„Einer hat sich vor mich gestellt und gesagt, ich solle verschwinden. Ich habe immer wieder versucht, schlichtend auf ihn einzureden, er aber hat zugeschlagen“, berichtete einer von ihnen. Vier Schläge habe der Fremde ihm insgesamt verpasst. Beim letzten sei er zu Boden gegangen. Außerdem habe der Fremde ihm mit Messerstichen gedroht, erzählte der Geschädigte. Gewehrt habe er sich nicht. „Ich bin der Meinung, dass Konflikte auch ohne Gewalt zu lösen sind“, betonte er.

Um wen es sich bei dem vierten Täter handelte, wurde nicht klar. Eine weiteres Problem stellte die Abwesenheit zweier unentbehrlicher Zeugen dar. Ihnen war es nicht möglich, zur Verhandlung zu erscheinen. Die Verfahrensbeteiligten kamen daher überein, dass es keinen Sinn mache, die Verhandlung an diesem Tag fortzuführen. Da auch kein Fortsetzungstermin innerhalb von drei Wochen möglich war, wurde der Hauptverhandlungstermin ausgesetzt. Ein neuer Termin soll bestimmt werden, sobald bekannt ist, wann eine Anreise für die Zeugen möglich ist.

Es wäre natürlich viel leichter, könnten sich die Angeklagten ihre Erinnerungen wachrufen, sagte Richter Thomas Rohner. Der Anwalt des dritten Angeklagten entgegnete daraufhin, dass dies sicherlich auch für die Angeklagten von Vorteil wäre. Er betonte, der Erinnerungsverlust seines Mandanten sei nicht vorgetäuscht.

Des Weiteren stand der dritte Angeklagte in sechs Fällen wegen Schwarzfahrens bei Zugfahrten vor Gericht. Diese Vergehen räumte er direkt ein.

von Rike Werner

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