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Engagement Unabhängigkeit von Wind und Wetter

Zwei Jahre und ganz viel ehrenamtlicher Einsatz waren notwendig, um aus einem alten Bauwagen ein kleines Juwel zu machen: Und das dient Kindergarten St. Michael nun als Schutzraum, Waldküche und Wärmequelle.

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Harald Weitzel (Zweiter von links) hatte den Bauwagen in unzähligen Arbeitsstunden hergerichtet. Emeljan Tews (Fünfter von links) sorgte für die Verzierung. Verena Nasemann (kniend) und Irene Schneider (rechts) freuen sich über viele Details.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Verena Nasemann und Irene Schneider haben gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Sie lieben den Wald, arbeiten als Erzieherinnen im Kindergarten St. Michael und teilen sich zudem noch einen Bauwagen. Den hatten sie gemeinsam privat gekauft und dann mit ganz viel persönlichem Einsatz und Unterstützung durch Freunde, Kindergarteneltern, Großeltern, Familienmitglieder und Sponsoren wieder auf Vordermann gebracht.

„Der glückliche Zufall kam uns vor zwei Jahren zu Hilfe, denn wir waren schon länger auf der Suche nach einem Bauwagen, um unser Projekt ,Erlebniswaldwochen‘ ins Leben zu rufen“, erzählen die beiden Erzieherinnen. Dadurch sei es jetzt möglich, die Zeit im Wald noch intensiver zu erleben. „Er bringt uns die Vorteile, bis nachmittags im Wald zu bleiben, die verschiedenen Jahreszeiten zu erleben und auch mehrere Wochen am Stück das Projekt durchzuführen“, betont Nasemann. Kindheit finde heutzutage immer mehr in geschlossenen Räumen statt. Und Kinder würden Tiere und Pflanzen oft nur noch aus Büchern oder dem Fernsehen kennen, erläutert Schneider.

Idee stammt aus dem Jahr 1954

Die Idee für einen Waldkindergarten oder eine Waldgruppe stammt aus dem Jahr 1954 und aus Dänemark. 1993 wurde das Projekt erstmals in Deutschland angeboten. Seit dieser Zeit gibt es immer mehr Einrichtungen, in denen Kinder den Kindergartenalltag in der Natur erleben und dabei komplett auf vorgefertigtes Spielzeug verzichtet wird. „Diesen Schwerpunkt für Vorschulkinder beinhalten auch unsere Waldwochen im September und Mai“, berichtet Nasemann.

In unzähligen Arbeitsstunden hatte Harald Weitzel, ihr Vater, den Bauwagen nach den Wünschen der beiden Erzieherinnen hergerichtet. Dabei hatte sich der Bauwagen in einem wahrlich schlechten Zustand befunden, erinnert sich Weitzel. Die Wände seien total verrußt und dreckig gewesen, und er habe Boden und Schränke komplett erneuern müssen.

Viele kleine Details

Nun sieht das ganz anders aus. Beim genauen Hinsehen fallen dem Betrachter viele kleine Details ins Auge. Entlang der Deichsel sind jetzt zum Beispiel Haken für die Rucksäcke der Kinder angebracht, damit diese nicht auf dem Waldboden liegen müssen. In liebevoller Kleinarbeit hatte Harald Weitzel darüber einen Regenschutz gebaut, der bei Bedarf ausgezogen werden kann. Unter dem Bauwagen ist ein Fach, in dem zahlreiche kindgerechte Sitzgarnituren ihren Platz finden. Im Wagen steht nun ein Holzofen, der nicht nur als Wärmequelle dient, sondern auf dem auch Tee oder andere Lebensmittel zubereitet werden können. Zusätzlich bietet der Bauwagen den Kindern Schutz vor Regen und Kälte. Ein kleiner Tisch kann weggeklappt werden, um den Kindern mehr Platz zum Spielen zu ermöglichen. In einem eingebauten Schrank können verschiedene Utensilien, wie Regenplane, Toilettenpapier, Erste-Hilfe-Set, Lupengläser und Spiele, verstaut werden. Freunde, Eltern und Großeltern hatten beim Streichen geholfen. Emeljan Tews verschönerte den Wagen mit Waldmotiven.

Nun feierte die Einrichtung die Einweihung. Während der Waldwochen bieten Revierförster Alexander Wolf von HessenForst und Georg Stark von Kunst aus dem Wald den Stadtallendorfern Unterstützung.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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