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Umbau-Entwurf steigert Attraktivität

Erfolg im Kampf gegen Leerstand Umbau-Entwurf steigert Attraktivität

„Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.“ Dieser Spontispruch steht für die Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines jeden Arbeitskreises. In Rauschenberg hat ein Arbeitskreis diese Zweifel widerlegt.

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Das denkmalgeschützte Fachwerk-Ensemble in der Marktstraße ist Zentrum der Leerstandsproblematik in Rauschenberg. Nun scheint die Trendwende für dieses städtebauliche Juwel geschafft. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Und dieser Arbeitskreis ist für Rauschenbergs Zukunft besonders wichtig, denn er beschäftigt sich mit dem überall im ländlichen Raum fortschreitenden Problem Leerstand. Dem Arbeitskreis gelang es jetzt, ein seit 20 Jahren leer stehendes Gebäude in der Marktstraße an einen Käufer zu vermitteln. Das berichtete Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Marktstraße ist in der Kernstraße das Zentrum der Leerstandsproblematik. Hier stehen gleich mehrere Häuser leer, die sich zum Teil in baulich sehr gutem Zustand befinden. Umso mehr freut es den Bürgermeister, dass der Arbeitskreis dort einen ernsthaften Interessenten für ein zweites Haus gefunden hat. Für dieses Haus, das Eigentum des Landes Hessen ist, liefen allerdings noch die Kaufverhandlungen, erklärte Emmerich.

In Sachen Leerstandsmanagement kooperiert Rauschenberg mit Kirchhain und Stadtallendorf. Und diese drei Kommunen haben sich mit dem Marburger Planungsbüro Buchenauer professionelle Hilfe mit ins Boot geholt, die über das Stadtumbauprogramm gefördert wird. Und für Michael Emmerich steht neben dem Engagement des alle vier Wochen tagenden Arbeitskreises auch das Büro Buchenauer für den aktuellen Erfolg. Denn der Arbeitskreis habe nicht nur die Häuser, sondern auch passende Entwürfe für deren Umbau angeboten. Und diese Entwürfe stammten von Dr. Renate Buchenauer.

Heutiges Wohnenin alten Häusern

Das Problem der Marktstraßen-Häuser: Wegen der dichten Bebauung fehlt es an Tageslicht und an Luft. Die mit der Denkmalpflege abgesprochenen Entwürfe zeigen auf, wie alte Häuser an die heutigen Wohnbedürfnisse angepasst werden können.

„Es ist viel Bewegung in diesem Thema“, sagte der Bürgermeister, der weitere Umbaupläne für leer stehende Häuser ankündigte. Der Arbeitskreis und die Stadt orientieren sich dabei auch an dem erfolgreichen Modell in Felsberg-Gensungen. Grundsätzlich werde der Denkmalschutzbeirat einbezogen, mit dem es schon eine gemeinsame Begehung gegeben habe.

Unterdessen zeichnet sich eine Ausweitung des Leerstandsproblems auf die in den 60er und 70er Jahren entstanden Siedlungen ab. Zu diesem Thema schreibt ein Student gerade seine Diplomarbeit, für die er in Rauschenberg recherchiert. „Die Stadt wird die anonymisierten Daten bekommen“, kündigte Michael Emmerich an. Ihn interessiert daran besonders, ob Bewohner beabsichtigen, im Alter ihre Häuser aufzugeben, um sich eine seniorengerechte Wohnung im Stadtzentrum zu suchen. Sollte die Studie eine entsprechende Nachfrage ergeben, könnten - so eine Überlegung des Bürgermeister - leerstehende Gebäude im Zentrum von Investoren oder Betreibern in seniorengerechten Wohnraum umgewandelt werden.

n Die Stadt Rauschenberg bietet den Eigentümern leer stehender Häuser ein kostenloses und umfassendes Beratungsangebot. Zu diesem gehören die Klärung sanierungs- und bautechnischen Fragen, Möglichkeiten für Umbauten, denkmalgerechte Gestaltung und Fördermöglichkeiten. Ansprechpartner ist der Bürgermeister. Telefon: 06425/ 9239-12; E-Mail: m.emmerich@rauschenberg.

von Matthias Mayer

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