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Überraschungen und neue Einsichten

Sozialpraktikum Überraschungen und neue Einsichten

Zehntklässler der Martin-von-Tours-Schule machten während ihres Sozialpraktikums teilweise ganz neue Erfahrungen und bekamen Einblicke in für sie bisher unentdeckte Welten.

Neustadt. Die einen waren in Kindertagesstätten tätig, die anderen engagierten sich in Seniorenheimen oder in der Behindertenhilfe. 40 Jungen und Mädchen der zehnten Klassen der Martin-von-Tours-Schule absolvierten ein Sozialpraktikum und schrieben anschließend ihre Erfahrungen nieder.

Während einer Feierstunde überreichte Schulleiter Hartmut Boß den Absolventen der Sozialpraktika Urkunden und sagte: „Wir versuchen euch alles Mögliche mitzugeben, damit ihr im späteren Leben gut zurecht kommt.“ Ein Praktikum im sozialen Bereich trage sicherlich dazu bei.

Vor einigen Jahren hatte der Fachbereich Religion das Projekt eingeführt und betreut es auch: Die Mitarbeiter organisieren die Praktika und werten die Erfahrungsberichte der Schüler aus. Fachbereichsleiterin Helene Rausch ging nochmals auf die Institutionen ein, bei denen die Praktika stattfanden. Dazu zählten Kindertagesstätten, Altenheime, die Behindertenhilfe, die Jugendhilfe, die Hausaufgabenhilfe, Vereine, die Pfarrgemeinde, die Jugendarbeit der Stadt, die Feuerwehr und die Alsfelder Tafel.

„Ihr habt nicht nur Erfahrungen gesammelt, sondern sie auch niedergeschrieben“, betonte Rausch und lobte die vielfach guten aufschlussreichen Berichte. „Fast allen hat das Praktikum gut gefallen“, resümierte sie.

Rausch las ein paar Passagen aus Erfahrungsberichten vor, aus denen hervorging, dass die meisten der Schüler ganz andere Erfahrungen gemacht hätten, als sie erwartet hatten, und ganz neue Ansichten und Blickwinkel kennenlernten. So schilderte ein Schüler die Erfahrungen mit Behinderten. Er war beispielsweise überrascht, dass ein körperlich beeinträchtigter Mensch, der ohne Beine geboren wurde, trotzdem immer gut gelaunt ist.

Ein anderer Schüler berichtete von dem Umgang mit den Jungen und Mädchen in der Kita: Er habe festgestellt, dass auch die kleinsten Kinder nicht immer hören würden.

In einem Bericht aus einem Altenheim hieß es: „Das hat mich sehr zum Überlegen gebracht, dass alte Menschen wie die kleinen Kinder Hilfe benötigen.“ Dann folgte die Feststellung, dass ein Lächeln ein schöner Lohn für die Arbeit und die Bemühungen sei.

Aus dem Bericht über das Praktikum bei der Tafel ging hervor, dass einige Kunden durch neue Autos oder Handys den Eindruck vermittelt hätten, als seien sie nicht bedürftig. Bei anderen Kunden sei es genau das Gegenteil gewesen.

Der Schüler betonte in seinem Bericht aber auch, dass ihm bei der Ausgabe der Lebensmittel mehr als einmal der Gedanke durch den Kopf geschossen sei, er müsse beim Einkauf von Nahrung bewusster handeln. In seiner Zusammenfassung schrieb er: „Helfen verändert den Menschen.“

Für besonders gute Erfahrungsberichte gab es zur Belohnung Kinokarten, die der Förderverein der Martin-von-Tours-Schule gesponsert hatte. Artur Hett vom Förderverein, der selbst Religionslehrer war, betonte: „Der Förderverein hält es für sehr wichtig, dass sich junge Menschen bei dem Sozialpraktikum engagieren und Erfahrungen sammeln.“

von Klaus Böttcher

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