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Treue Seele ist im Ruhestand

Abschied Treue Seele ist im Ruhestand

Mit Liedern, Geschichten, Geschenken und vielen Gesten der Zuneigung verabschiedeten Kinder, Erzieherinnen, Eltern und Vertreter der Stadt Neustadt Stefanie Haude in den Ruhestand.

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Die Kinder verabschiedeten Stefanie Haude (links) als „schönsten Schmetterling“ in den Ruhestand.Foto: Karin Waldhüter

Neustadt. Mit diesem emotionalen Verlauf des Sommerfestes hatte Stefanie Haude wohl nicht gerechnet. Inmitten der Kindergartenkinder stimmte sie fröhlich das Eröffnungslied an. Bis zu diesem Zeitpunkt ahnte die 63-Jährige nicht, dass sich das Fest gleich eine Stunde lang nur noch um sie drehen wird.

„Sie ist die gute Seele des Hauses, hat mir immer den Rücken freigehalten, und 23 Jahre lang haben wir zusammen gearbeitet“, sagte Claudia Orth, die Leiterin des Familienzentrums und der Kindertagesstätte im Gespräch mit dieser Zeitung. Deshalb falle ihr der Abschied besonders schwer. Und allein der Gedanke an die Abschiedsrede lasse den Kloß im Hals immer größer werden.

Stefanie Haude hatte ihre berufliche Laufbahn im Jahr 1966 mit der dreijährigen Ausbildung zur Kinderpflegerin in Marburg begonnen. Von 1969 bis 1972 arbeitet sie in dem evangelischen Kindergarten im Martin-Luther-Haus in Marburg. Im Jahr 1972 begann sie ihre Arbeit im Kindergarten in der Allee in Neustadt, wo sie zwei Jahre blieb. 1974 wechselte sie in den Kindergarten in die Eichsfelder Straße. Dort blieb sie neun Jahre lang.

Kinder überreichen weiße Rosen zum Abschied

1983 kam sie zurück in das heutige Familienzentrum Kindertagesstätte Regenbogen und betreute zuletzt die Kinder der integrativen „Micky-Maus“-Gruppe. Seit dem Jahr 2000 hatte sie zudem die stellvertretende Leitung inne.

„Ich habe keine andere Erzieherin in Erinnerung, die so lange bei der Stadt Neustadt gearbeitet hat“, erklärte Bürgermeister Thomas Groll. Ihre berufliche Tätigkeit beendet Haude nach insgesamt 49 Jahren. 43 davon verbrachte sie an Einrichtungen in Neustadt. Haude habe nie das Bedürfnis gehabt, im Mittelpunkt zu stehen, sagte Groll und lobte ihre Zuverlässigkeit, ihre große Beliebtheit und ihre Verbundenheit mit Kindern und Eltern. Immer habe sie mit angepackt. Auch 2009, als es galt, innerhalb von drei Tagen in das Haus der Vereine umzuziehen. Trotz Urlaub habe sie damals mitgeholfen.

Zum Abschied hatten die Mitglieder des Fördervereins und des Elternbeirats ein Lied einstudiert. „Ohne dich kann man sich die Einrichtung nur schwer vorstellen“, erklärte Stefan Henrich, Vorsitzender des Personalrats. Die Kinder der „Micky-Maus“-Gruppe überreichten weiße Rosen. Beim Auftritt der Hortkinder wurde es besonders emotional. Sie hatten ­eine Schmetterlings-Geschichte vorbereitet. „In unserem Kindergarten gab es durch dich viel Liebe, Vertrauen, Mut, Wärme, Verständnis, Versöhnung, Trost, Freundschaft und Toleranz, Aufmerksamkeit und Zuverlässigkeit“, betonte Orth.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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