Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Trainer-Legende "Stepi" kommt zum Blitzturnier

Fussball Trainer-Legende "Stepi" kommt zum Blitzturnier

Fußball-Vizeweltmeister Wolfgang Weber, die Altstars von Eintracht Frankfurt und nun Dragoslav Stepanovic - der Kunstrasenplatz "Ochsenwiese" scheint ein Anziehungspunkt für ehemalige Fußball-Helden zu sein.

Voriger Artikel
Schüler haben mehr Auswahl
Nächster Artikel
Fremdes Wasser bringt die Besserung

Fußball verbindet und spielt auch in der Erstaufnahmeeinrichtung eine große Rolle, zum Beispiel während Sportfesten. Nächste Woche steht dabei Dragoslav Stepanovic an der Seitenlinie.Privatfotos

Neustadt. Fußball-Fans aufgepasst: Am Donnerstag, 26. Oktober, findet ab 18 Uhr auf dem Neustädter Kunstrasenplatz ein interkulturelles Blitz-Turnier statt, an dem eine gemischte Mannschaft von VfL und Intertürk Neustadt, ein Team der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sowie eine Elf von Geflüchteten, die inzwischen in Neustadt eine neue Heimat gefunden haben, teilnehmen. Der Leckerbissen für Anhänger steht dabei allerdings am Rand: Zu dem Turnier erwarten die Neustädter Trainer-Legende Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, der sich mit dem Spruch „Lebbe geht weider“ in der Fußball-Welt unsterblich machte.

Den deutschen Fußball prägte der Serbe insbesondere zwischen 1991 und 1993, als er als Trainer von Eintracht Frankfurt die Adler beinahe zum Titel der Saison 91/92 führte - unvergessen ist dabei der letzte Spieltag und die bittere Niederlage bei Hansa Rostock. Kurios wurde es dann ein Jahr später: Schon länger in der Kritik stehend nahm er nach einer 0:3-Heimniederlage im Pokal gegen Bayer Leverkusen seinen Hut - um dann etwa einen Monat später bei der Werkself den Posten des Cheftrainers anzutreten und mit dem Team dann den Pokal zu gewinnen. Für ihn gingen also sowohl „Lebbe“ als auch Karriere zumindest kurzfristig schillernd „weider“. Dann allerdings ging‘s bergab: Nach Stationen in Bilbao und nochmals Frankfurt folgten Posten unter anderem bei AEK Athen, Kickers Offenbach, Rot-Weiß Oberhausen oder ganz am Ende Cukaricki, Vojvodina und Laktasi.

Inzwischen fungiert Stepanovic als Botschafter der Initiative „Hessen lebt Respekt“ der Landesregierung. Diese moniert, dass Menschen oftmals eine „Ich-Zuerst-Mentalität“ an den Tag legten und anderen Menschen gegenüber keinen oder zu wenig Respekt brachten. Entsprechend kommt aus Wiesbaden die Botschaft: „Wir wollen an einem Ort zu Hause sein, in dem das Miteinander zählt und die Vielfalt einer Gesellschaft. Wo unsere Nachbarn nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame suchen.“ Und so versucht das Land, die Menschen zusammenzubringen - beispielsweise mit Fußballturnieren dieser Art, wo Einheimische und Neubürger gemeinsam einem Hobby frönen. Los geht das Turnier um 18 Uhr mit einer Begrüßung und anschließendem gemeinsamen Aufwärmen, das Stepanovic leitet. Danach finden die Partien statt - die aber nicht über die normale Spieldauer gehen, sondern kürzer sind. Neustadts Bürgermeister Thomas Groll betont, dass der Eintritt kostenlos ist, lädt zum Zuschauen ein und freut sich, dass erneut prominenter Besuch auf die „Ochsenwiese“ kommt: „Der Kaiser schaut schon in seinen Kalender, wann er nächstes Jahr für uns Zeit hat“, witzelt er.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr