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"Torky" legt die besten Fährten

Zahmes Wildschwein "Torky" legt die besten Fährten

Das zahme Wildschwein „Torky“ lebt seit mittlerweile elf Jahren bei der Familie von Revierförster Walter Fiebig. Keiner möchte das Tier, das auf dem Forsthausgelände daheim ist, missen.

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Wildschwein Torky legt auch mal zusammen mit Revierförster Walter Fiebig eine Fährte für die Prüfung von Schweißhunden wie Gizmo (siehe Bild unten).

Quelle: Tobias Hirsch

Wohra. Zu einem Spaziergang in den Wald muss Keiler „Torky“ nie lange überredet werden, auch morgens um 5 Uhr nicht. Drei Stunden lang war Walter Fiebig mit seinem Wildschwein unterwegs, um Spuren zu hinterlassen, genauer gesagt, eine Fährte zu legen. Angehende Schweißhunde mussten später der Fährte genau folgen. Bereits zum dritten Male hatten „Torky“ und Fiebig mit dem Fährtenlegen ganz besonders zur Ausbildung der Schweißhunde beigetragen. „Das ist schon außergewöhnlich“, betont Hundeführer Karl-Heinz Hecker mit seinem Begleiter „Gizmo“, einem hannoverschen Schweißhund.

Schweißhund Gizmo sucht mit seinem Führer Karl-Heinz Hecker nach "Torky"'s Fährte.

Schweißhund Gizmo sucht mit seinem Führer Karl-Heinz Hecker nach "Torky"'s Fährte.

Quelle:

Schweißhunde sind eine Rarität

Schweißhunde sind dann im Einsatz, wenn Wild bei der Jagd angeschossen oder bei der Kollision mit einem Auto verletzt wurde und durch den Wald irrt. Für ehrenamtliche Führer eines Schweißhundes kann die Suche nach einem verletzten Wildtier mitunter mehrere Tage dauern. Sie sind dabei ganz auf die Fähigkeiten ihres Hundes angewiesen. Die Ausbildung eines Schweißhundes dauert mehrere Jahre. Eine solche echte Fährte wie die von Wildschwein „Torky“ finden Halter und Hunde sonst nur bei einer regulären Jagd bei der Nachsuche. Hannoversche Schweißhunde sind eine Rarität.

Der „Verein Hirschmann“ wacht darüber, dass die Tiere wirklich nur nach dem tatsächlichen Bedarf gezüchtet werden. Beim Besuch der OP nutzt Wildschwein „Torky“ eine Pfütze im Wald zunächst für die schweinische Lieblingsbeschäftigung, das Suhlen im Schlamm. Anschließend ist ausgiebiges Schütteln angesagt. Walter Fiebig traf vor elf Jahren überraschend auf den Frischling „Torky“, dank seines Einsatzes überlebte der Keiler letztlich ohne Bache und wollte sich danach nicht mehr auswildern lassen.

Die Familie wurde für Torky zur Rotte

Am Forsthaus weist ein rotes Schild mit weißer Schrift darauf hin, dass „Torky“ auf dem Grundstück lebt. „Vorsicht! Frei laufendes Wildschwein“ ist darauf zu lesen. In den vergangenen Jahren interessierte sich immer wieder auch das Fernsehen für „Torky“ und seine ungewöhnliche Geschichte, zuletzt beim „Dollen Dorf“ der Hessenschau.

Nun leben Wildschweine in freier Wildbahn in einer Gemeinschaft, einer Rotte. „Für Torky sind unsere Familie und die bei uns lebenden Tiere seine Ersatzrotte“, sagt Fiebig. Das funktioniert sehr gut, auch wenn „Torky“ im Laufe der Jahre ruhiger geworden ist. 15 bis 20 Jahre alt kann der Keiler ingesamt werden, schätzt Fiebig. Der Förster bekennt aber auch im Rückblick, dass er inzwischen anders über die Aufzucht eines Frischlings und das anschließende Halten eines zahmen Wildschweines denkt als vor elf Jahren. „Heute würde ich das nicht mehr machen, sondern der Natur ihren Lauf lassen. Denn die Haltung kann nur bedingt artgerecht sein“, erklärt er nachdenklich im Gespräch mit der OP.

Fiebig, seine Familie und „Torky“ sind allerdings unzertrennlich. Alle hängen sehr an dem Tier. Nach dem Besuch im Wald mit der OP laufen Fiebig und „Torky“ einträchtig nebeneinander wieder zurück zum Forsthaus. Leibspeise von „Torky“ sind übrigens Eicheln. „Doch die gibt es natürlich nur sehr selten“, sagt Fiebig, während sich sein Schwein einen kleinen Grasimbiss am Waldrand schmatzend schmecken lässt.

An Futter mangelt es dem Wildschwein der Fiebigs nicht: Aktuell bringt der Keiler rund 150 Kilogramm auf die Waage.

von Michael Rinde

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