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Töpfern hebt Barrieren auf

Aktion Töpfern hebt Barrieren auf

Seit Aufbau des Zeltcamps im vergangenen September bietet die Stadtallendorfer Stadtjugendpflege geflüchteten Kindern eine Möglichkeit, mit Gleichaltrigen zusammenzukommen.

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Voller Stolz zeigt ein Kind einer Helferin das von ihm geformte Herz aus Ton. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Beim Töpfern gibt es kaum Sprachbarrieren. Diese Erwartung von Ute Grigoleit von der Stadtallendorfer Stadtjugendpflege bei Beginn des Angebots hat sich erfüllt. Beim Besuch der OP ist zwar eine Dolmetscherin für Syrisch und Afghanisch mit dabei. Doch das ist nicht immer möglich. Am Nachbartisch klappt die Verständigung zwischen den Kindern untereinander und mit ihren ehrenamtlichen Betreuern auch mit Gesten. Was die Kleinen aus Ton formen, ist weitgehend ihnen selbst überlassen. Ein Herz, eine Schale oder auch Pferde und Hunde entstehen an diesem Tag.

Außerhalb der Ferien holt Ute Grigoleit die Kinder jeden Montagmittag in der Erstaufnahmeeinrichtung Stadtallendorf ab. Bis zu sieben Kinder nimmt sie mit. Welche, das hat das Team des DRK im Vorfeld festgelegt. Alle Kinder kommen an zwei aufeinanderfolgenden Montagen. Am ersten wird getöpfert, beim zweiten Termin bemalt. Dazwischen liegt das Brennen der kleinen und größeren Kunstwerke. Ursprünglich entstand das Angebot einmal, um die Kinder aus den Zelten auf dem Bundeswehrgelände zu holen. Auch, wenn es längst eine umfangreiche und professionelle Kinderbetreuung in der Erstaufnahme gibt, führt die Jugendpflege das Angebot weiter. Es ist eine Möglichkeit, dass Kinder, die mit ihren Eltern geflüchtet sind, mit Gleichaltrigen aus Stadtallendorf in Kontakt kommen. Bis zu 20 Kinder betreut Grigoleit mit drei ehrenamtlichen Helferinnen in der Töpferwerkstatt im Röntgenweg. Andere Angebote der Stadtjugendpflege sind natürlich auch offen für Flüchtlinge und werden rege genutzt. Das gilt zum Beispiel für die verschiedenen Sportstunden im Südstadt-Kiosk.

Nach den Sommerferien will sich auch Ute Grigoleit wieder mit dem Kleinbus auf den Weg zur Erstaufnahmeeinrichtung machen. „Wir verstehen unsere Angebote als Akt der Menschlichkeit und als ein schönes Signal an junge Menschen, die zu uns kommen“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi.

von Michael Rinde

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