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Töpfern für eine Million Sterne

300 Windlichter Töpfern für eine Million Sterne

Im Café Seniorenplausch geht‘s zu wie in einer ­vorweihnachtlichen ­Backstube. Teig wird ausgerollt, zugeschnitten, mit Förmchen werden Sterne, Kreise und Kleeblätter ausgestochen. Allerdings ist der Teig ungenießbar, weil aus Ton.

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Lydia Beier (links) und Elena Krämer (rechts) begutachten die Töpferarbeiten von Anna Schold
(2. von links) und Dora Vorberg (2. von rechts). In der Mitte: Einrichtungsleiterin Bärbel Schwert-
mann. Foto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Seit Juni findet das offene Töpfern im Unter­geschoss des Altenpflegeheims St. Bonifatius statt. Bewohnerinnen des Heims und der diesem angegliederten Wohnanlage kommen seitdem regelmäßig zusammen, um Windlichter zu töpfern. Beim OP-Besuch geschieht dies für dieses Jahr zum letzten Mal, denn an diesem Tag werden fleißige und geschickte Hände dafür sorgen, dass das anvisierte Ziel von 300 Windlichtern erreicht wird.

Die Idee stammt von Lydia Beier, die seit 35 Jahren im Stadtallendorfer Jugendzentrum mit Kindern und Jugendlichen töpfert. Sie leitet die Töpfergruppe ehrenamtlich an und hat zudem den Ton für das Projekt gespendet. Da die Stadt die Brenn­kosten trägt, ist das Vorhaben für die Caritas als Träger des Heims ein Nullsummenspiel.

Die Teilnehmerinnen haben sichtlich Freude am kreativen Gestalten mit Ton, das keinen vorgebenen Muster folgt. Die Windlichter haben entsprechend jeweils ein eigenes Gesicht. „Es sind alles Unikate“, sagt Lydia Beier und hilft Anna Schold beim Anlegen einer Schürze.

Anna Schold ist die Älteste am Tisch, feiert am 6. November ihren hundertsten Geburtstag. Trotz ihres hohen Alters ist sie gleich mitten drin im Geschehen. Sie braucht keine Anleitung, weiß, wie das Töpfern funktioniert und verlangt resolut: „Gebt mir mal ein Messer“. Dann legt sie los, schneidet den ausgerollten Ton akkurat zu einem Rechteck, sticht ­einige Sterne aus und formt aus Tonresten einen kreisrunden Boden. Vorsichtig richtet sie die Wand des Windlichts auf und formt diese zu einem Zylinder. Der steht kerzengerade wie eine Eins. Knifflig ist das Verschließen der Nahtstellen des Zylinders. Dabei geht ihr Lydia Beyer zur Hand. Wenig später ist das Windlicht fertig.

Das Töpfern im Altenpflegeheim ist kein Selbstzweck sondern dient der Caritas-Aktion „Eine Million Sterne“ am 15. November, an der St. Bonifatius zum zweiten Mal teilnimmt. Diese bundesweite Aktion steht unter dem Motto „Setzt Zeichen für eine gerechtere Welt, in der alle Nachbarn sind!“ Zu der „Million Sterne“ gehören auch die 300 Windlichter aus dem Altenpflegeheim St-Bonifatius. Und sie sollen am 15. November ab 16.30 Uhr leuchten und in einer Lichterprozession zur Stadtallendorfer Kirche St. Michael getragen werden.

Dazu sind die Stadtallendorfer Bürgerinnen und Bürger eingeladen, wie Bärbel Schwertmann, die Leiterin der Einrichtung, gegenüber dieser Zeitung erklärte. Treffpunkt ist um 16.15 Uhr der Innenhof des Altenpflegeheims, wo gegen eine Spende die Windlichter erworben werden können. Nach der Lichter-Prozession findet in St. Michael ein ökumenischer Familien­gottesdienst statt.

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