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Tödlicher Stich durchtrennte große Arterie

Stadtallendorf Tödlicher Stich durchtrennte große Arterie

Erstmals zeigte der wegen Totschlags angeklagte 22 Jahre alte Stadtallendorfer während des gestrigen dritten Verhandlungstages einen Anflug von Emotionen.

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In diesem Haus in der Chemnitzer Straße kam es im November zu den tödlichen Stichen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Mit starrem Blick verfolgt der 22 Jahre alte Angeklagte zumeist die Verhandlung gegen ihn: Im November des vergangenen Jahres hatte er im Bett seiner Mutter den eigentlich von der Familie getrennt lebenden Stiefvater vorgefunden und ihn nach einem kurzen aber heftigen Wortgefecht erstochen.

Nun muss er sich vor Gericht wegen Totschlags verantworten - die Verteidigung plädiert auf minderschweren Fall, da der 35-Jährige den jungen Mann über Monate immer wieder provoziert und während des Streits letztendlich als "Bastard" bezeichnet haben soll (die OP berichtete mehrfach).

Nicht einmal während er über das Wortgefecht oder die Tötung seines Stiefvaters berichtete, hatte sich eine Gefühlsregung auf dem Gesicht des 22-Jährigen gezeigt. Erst gestern huschte ein Anflug von Emotionen über seine Züge: Zunächst lächelte er, als er seine Mutter, die die Aussage verweigerte, umarmen und küssen durfte, später dann als das Gericht ihm erlaubte, drei Freunde kurz zu begrüßen - die Ausführungen einer Gerichtsmedizinerin über die Verletzungen seines Opfers und das Muster der Blutspritzer verfolgte er indes völlig emotionslos.

Die Rechtsmedizinerin aus Gießen berichtete ausführlich über die Verletzungen der Leiche: An der linken Halsseite hatte das Opfer eine etwa 0,8 Zentimeter große Wunde, die sie als "Anstichelung" bezeichnete, sowie eine 7,5 Zentimeter lange Wunde mit zwei Einstichstellen. Tödlich war aber eine Verletzung auf der rechten Körperseite: Der Täter hatte mit einem Stich den Kopfwendemuskel sowie die Hals-Kopf-Ader größtenteils durchtrennt. "Das ist eine großkalibrige Arterie - wenn dieses Gefäß so schwer verletzt wird, tritt der Tod relativ schnell ein", kommentierte die Gerichtsmedizinerin - dreieinhalb bis acht Minuten habe das Opfer maximal nach dem Stich noch gelebt.

von Florian Lerchbacher

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Dienstagsausgabe der OP.

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