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Tierfreunde kämpfen lange um "Biggi"

Kirchhain Tierfreunde kämpfen lange um "Biggi"

Es hat rund zwei Monate gedauert, bis die in Marburg entlaufene Hündin „Biggi“ wieder eingefangen werden konnte. Tina Bieker und Nadine Holighaus vom Tierheim Alsfeld hatten nicht aufgegeben.

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Tina Bieker und Nadine Holighaus halten gemeinsam mit Tierarzt Thomas Geilhoff die betäubte „Biggi“ auf dem Arm. Privatfoto

Kirchhain. Am Mittwoch vermeldete die OP, dass die im Februar am Ortenberg entlaufene Beagle-Hündin „Biggi“ bei Kirchhain wieder eingefangen werden konnte. Dahinter steckt eine lange Geschichte ehrenamtlichen Einsatzes von Tierschützerinnen, wie Tina Bieker, aus Rüdigheim stammend, dieser Zeitung berichtete. Gemeinsam mit Nadine Holighaus aus Alsfeld hatte sie nicht aufgeben wollen. Nach ihrem Verschwinden war „Biggi“ schon frühzeitig im Raum Kirchhain aufgetaucht. Das etwa zwei Jahre alte Tier ist ausgesprochen menschenscheu. Ursprünglich stamme „Biggi“ aus Rumänien, wo sie als „Zuchthündin missbraucht wurde“, sagt Bieker. Sie beschreibt das Tier als „Angst- und Panikhund“.

Den ehrenamtlichen Tierfreundinnen kam das soziale Netzwerk „Facebook“ zu Hilfe. Geschätzte rund 400 Facebook-Nutzer aus Kirchhain und Umgebung posteten Hinweise zu der scheuen Hündin. Es entstand ein Bewegungsprofil des Tieres, gezielt wurden Futterstellen eingerichtet, die eine Kirchhainerin betreute. „Biggi hat sich aber auch häufig aus Mülleimern ernährt“, sagt Bieker. Am Ostersamstag war es schließlich so weit. Auf einer Wiese bei Kirchhain entdeckten zwei angehende Tierärzte aus Stadtallendorf, Josh Dersch und Lisa Menzel, die im Gras schlafende Hündin. Sie blieben „Biggi“ fern, verständigten aber sofort Tina Bieker. Es war dann letztlich der Tierarzt Dr. Thomas Geilhoff, der „Biggi“ einfing - und zwar mit Hilfe eines Betäubungsgewehres. „Anders hätten wir sie nicht bekommen“, sagt Bieker. Aus dem Auto heraus habe der Tierarzt die Beagle-Hündin betäubt.

Inzwischen hat die abgemagerte Hündin eine neue Pflegestelle bei Gießen. Es gibt auch schon einen konkreten Interessenten, der „Biggi“ gerne zu sich nehmen möchte. „Im Moment ist sie auch ganz zugänglich“, freut sich die Rüdigheimerin.

Für Tina Bieker und ihre Mitstreiterin waren die vergangenen Monate eine aufregende Zeit. Sie waren ständig ansprechbar für neue Hinweise auf die Hündin. Es ist schon das zweite Mal, dass den beiden ein Erfolg gelang. Sie fingen bereits einen entflogenen Papagei in Alsfeld wieder ein. „Für mich ist die große Anteilnahme an Biggi in der Bevölkerung sehr beeindruckend gewesen“, sagt Tina Bieker.

von Michael Rinde

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