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Tiere, Comics, Fantasy und die Eintracht

5. Straßenmaler-Festival in Neustadt Tiere, Comics, Fantasy und die Eintracht

Die Fußballer-Plattitüde, wonach ein Spiel zwei unterschiedliche Halbzeiten hat, sollte sich am Wochenende auch für das Neustädter Straßenmaler-Festival bewahrheiten.

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Die Bürgergarde richtete mit ihrem 1. Neustädter Bierfest den geselligen Teil des Festivals aus. Foto: Klaus Böttcher

Neustadt. Halbzeit eins brachte am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes nur eitel Sonnenschein. „Bestes Wetter, beste Stimmung, viele Besucher auch von auswärts“, charakterisierte Roswitha Trümpert vom Arbeitskreis Straßenmaler-Festival den ersten Tag, an dem schon mehr als 130 Künstler aller Alters- und Leistungsklassen damit begannen, die Neustädter Marktstraße in einen bunten Bilderteppich zu verwandeln. Gekrönt wurde dieser schöne Tag mit dem geselligen Ausklang beim 1. Neustädter Bierfest, bei dem die Bürgergarde Biersorten aus vier verschiedenen Neustadts ausschenkte. Er habe den Platz am Haus der vereine noch nie so gut gefüllt erlebt, berichtete Werner Gatzweiler vom Arbeitskreis Straßenmaler-Festival.

Gestern früh kündigten dunkle Wolken über der Stadt das an, was Roswitha Trümpert insgeheim befürchtet hatte. „Es hat nur einmal beim Straßenmaler-Festival nicht geregnet“, sagte sie, als um 10.30 Uhr die ersten Tropfen fielen. Die lösten hektische Aktivitäten aus. Die 30 Helfer verteilten Planen zum Abdecken der Bilder und Pflastersteine zum Beschweren. Glücklicherweise war der Spuk schnell vorbei. „Mein Bild ist versaut“, konstatierte Malte Bürgermeister mit Blick auf einige Wasserflecken auf seiner Grundierung, denen er aber sofort mit einem Schwamm zu Leibe rückte.

Kurze Schauertrüben den Malspaß

Abdecken, auspacken, weitermalen, abdecken - dieses Schauspiel sollte sich gestern bei kurzen Schauern noch einige mal wiederholen. Nur gut, dass die Juroren frühzeitig die Bilder gesichtet, fotografiert und auch schon bewertet hatten.

Was die Jury und die Zuschauer zu sehen bekamen, war bemerkenswert gut. Und das nicht nur von den angekündigte Profis, die allesamt erschienen waren. Gregor Wosik, der auf dem Weg zu einem Festival in Wien in Neustadt Zwischenstation machte, ließ in 3-D-Technik einen mächtigen Adler durch die Marktstraße schweben. Marion Ruthardt coachte den Nachwuchs und malte „nebenbei“ ein wildes Fantasy-Pferd in rauschhaften Farben. Wilfried Berg ließ in 3-D-Technik ein Eichhörnchen seine langen Zähne zeigen.

Die Themen Tiere und Fantasy nahmen auch bei den „Amateuren“, Kindern und Jugendlichen breiten Raum ein. Zu sehen waren aber auch Märchen-, Comic- und Popart-Motive.

Es gab aber auch Ausreißer. So zeigten Gina Berneburg und Lea Keller mit ihrem Werk Color Eye viel Gespür für Form und Farben. Alita Strubel wagte sich trotz ihrer Jugend an eine realitätsnahe Abbildung des filigranen Bauwerks Tower-Bridge. Sie tauchte Londons berühmteste Brücke in düsteres violettes Licht.

Janin Dieper pfiff auf die Frankfurter Pleite in Berlin und störte sich auch nicht an der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München: Sie zauberte eine Hommage an Eintracht Frankfurt auf den Neustädter Asphalt.

von Matthias Mayer

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