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Thielemann tritt Dürfeldts schweres Erbe an

Künstlerkreis Thielemann tritt Dürfeldts schweres Erbe an

Mit „Leib und Seele“ setzte er sich 40 Jahre lang für seinen Verein ein:Jetzt stellte Egon Dürfeldt sein Amt als Vorsitzender des Kirchhainer Künstlerkreises (KKü) zur Verfügung.

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Egon Dürfeldt (vorne, von links) ist nun ebenso wie Heinrich Röder Ehrenvorsitzender. Neuer Vorsitzender ist Hans-Heinrich Thilemann (hinten, Zweiter von links). Gewählt oder geehrt wurden (von links) Elke Bergmann, Tanja Bader, Carolin Euker, Silvia Busch und Kornelia Rausch.Foto: Waldhüter

Kirchhain. „Ich kann, ob ihr es glaubt oder nicht, die Leitung des Vereins nicht mehr übernehmen“, mit diesen Worten Egon Dürfeldts ging am Freitagabend im Café Noll eine unvergleichbare Ära in Kirchhain zu Ende. Sein „schwindendes Augenlicht“ und sein „abnehmendes Gehör“ seien dafür verantwortlich, dass es ihm nicht mehr möglich sei, seine Arbeit wie gewohnt weiterzuführen, erklärte Dürfeldt vor 23 Mitgliedern. Er könne zwar noch Bäume ausreißen, sagte er in seiner gewohnt humorvollen und herzlichen Art, aber lesen und schreiben, was immer seine Stärke gewesen sei, falle immer schwerer.

Nichtsdestotrotz versprach Dürfeldt, der am Montag seinen 85. Geburtstag feierte, dem Verein auch weiterhin mit Rat und Tat beiseitezustehen. Beifall und viel Zustimmung aus der Versammlung gab es anschließend für den Gründer des Kirchhainer Künstlerkreis, der diesen seither wie kein anderer geprägt hat.

Die Wertschätzungen, die der Kunstmaler und Kalligraph anschließend erfuhr, waren vielfältig und gipfelten in einer Ehrenurkunde und der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des KKüs.

Künstler von Stadt enttäuscht

Altbürgermeister und Ehrenmitglied Heinrich Röder würdigte die Leistungen des Vereinsgründers. „Wir sind sehr dankbar, dass du die Geschicke des KKü 40 Jahre lang mit großem Erfolg geleitet hast“, erklärte Röder. „Das, was du geschafft hast, hat es in Kirchhain noch nicht gegeben“, fuhr er fort und lobte auch Ehefrau Elsbeth, die „ihm immer den Rücken freigehalten“ habe. Dieses schwere Erbe anzutreten werde nicht einfach, deshalb sei die Bereitschaft Hans-Heinrich Thielemanns, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen, besonders lobenswert.

Kassiererin Silvia Busch stellte Dürfeldts „unermüdlichen Einsatz“ heraus und ernannte ihn im Namen des Vereins zum „Weltmeister des KKü“. Sie verlas einen OP-Artikel aus dem Jahre 1975, der von der Gründungsversammlung berichtete, und übergab unter anderem eine Ehrenurkunde, die an das Motto Dürfeldts „Mit der Kunst Brücken bauen“ erinnerte.

Einige Vereinsmitglieder zeigten sich enttäuscht: Sie hätten sich eine Würdigung durch einen Vertreter der Stadt Kirchhain an diesem Abend gewünscht.

Während der Vorstandswahl ernannten die Mitglieder Hans-Heinrich Thielemann einstimmig zum neuen Vorsitzenden. „Du machst die Arbeit mit Leib und Seele. Und die Werke, die du geschaffen hast, sind im künstlerischen Bereich sowie im Bereich der Organisationsarbeit Vorbild für mich“, erklärte Thielemann in Richtung seines Vorgängers und versprach, die Arbeit im Sinne des neu ernannten Ehrenvorsitzenden weiterzuführen.

Seit der Gründung stellte der Verein fast 60000 Euro an Spenden an verschiedene Institutionen und Hilfsbedürftige zur Verfügung. Inzwischen hat der KKü 58 Mitglieder, davon sieben Ehrenmitglieder.

Neben zahlreichen Einzel- oder Gemeinschaftsausstellungen standen im vergangenen Jahr die Ausstellung in Sindersfeld anlässlich des 40-jährigen Vereinsbestehens und der Kunstmarkt im Bürgerhaus mit 33 Teilnehmern im Mittelpunkt.

Bei den Ehrungen stach Herbert Busch heraus, der für 40 Jahre Mitgliedschaft den goldenen Pegasus erhielt.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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