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Thema Vorrangfläche ist sechs Jahre alt

Große Mehrheit für Windkraft auf Mardorfer Kuppe Thema Vorrangfläche ist sechs Jahre alt

Der mögliche Bau eines Windparks auf der Mardorfer Kuppe bewegt weiter die Gemüter. Das Thema war während der jüngsten Stadtverordnetensitzung Gegenstand einer Bürgeranfrage.

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Auf dem Höhenzug südlich von Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rauischholzhausen stehen bei Roßdorf derzeit fünf Windräder. Die Zahl könnte sich leicht vervierfachen.

Quelle: Tobias Hirsch

Mardorf. Dabei ging es um die Historie des Windkraft-Vorranggebiets. Dr. Annette Schick, ­eine von drei Sprecherinnen der neuen ortsunabhängigen Bürgerinitiative, wollte vom Magistrat wissen, wann sich das Amöneburger Parlament zum ersten Mal mit dem Thema Windkraft auf der Mardorfer Kuppe beschäftigt habe.

Bürgermeister Michael Plettenberg berichtete, dass dies sehr früh im Jahr 2010 passiert sei, wie diese Zeitung damals ausführlich berichtete. Anlass dafür sei der Wildwuchs beim Bau von Windrädern gewesen, sagte der Bürgermeister.

Damit spielte er auf die Tatsache an, dass der Ausbau der Windenergie vom Gesetzgeber gewollt ist und dass er für Windkraft-Investoren privilegiertes Bauen im Außenbereich zulässt. Die Folge: Fast auf allen geeigneten und genehmigungsfähigen Flächen konnten Windräder gebaut werden, ohne dass die Kommunen ohne eigene Windkraft-Vorrangflächen steuernd eingreifen durften. So entstand beispielsweise das berühmte Problem-Windrad, nur 600 Meter von der Erksdorfer Bebauungsgrenze entfernt.

Vorrangflächen erlauben Kommunen Standort-Entscheidung

Allein die Ausweisung von Windkraft-Vorrangflächen erlaubt den Kommunen die Festlegung, wo sie Windkraft haben möchte und wo nicht.

Und genau dafür hat sich, wie Michael Plettenberg in Beantwortung der Frage erklärte, die Stadtverordnetenversammlung­ am 30. Mai 2011 mit großer Mehrheit entschieden, noch vor der Aufstellung des jetzt verabschiedeten Regionalplans die Ausweisung einer Windkraft-Vorrangfläche auf der Mardorfer Kuppe zu beantragen. „Die Stadtverordneten haben proaktiv gehandelt, alle Fraktionen und Ortsbeiräte wurden eingebunden“, berichtete der Bürgermeister von großer Einigkeit in der Sache. Zudem habe das Parlament die Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium Gießen um Aufhebungen von Restriktionen und um eine ­Erweiterung des Gebiets wegen der guten Windverhältnisse gebeten. Die Restriktionen seien geblieben, die Ausweitung der Vorrangfläche auf der Mardorfer Kuppe aber genehmigt worden, erläuterte Michael Plettenberg.

Bürgermeister: Stadt kann Planung verzögern

Der Bürgermeister räumte auch Nachfrage von Dr. Annette Schick ein, dass es schwer werde, Windkraft auf einer im ­Regionalplan festgeschriebenen­ Vorrangfläche zu verhindern. Aber die Stadt habe die Mittel, eine kommunalfeindliche Windpark-Planung erheblich zu verzögern. Eine Bürgerbeteiligung sollte auf jeden Fall stattfinden. Diese Zielsetzung habe er den Mardorfer Waldinteressenten, den Eigentümern der Flächen auf der Mardorfer Kuppe, schriftlich mitgeteilt. Ob die Waldinteressenten ihren Flächen für die Windkraft verpachten werden, steht allerdings noch nicht fest (siehe Infobox).

Die Bürgerinitiative befürchtet, dass der charakteristische Höhenzug, der das Amöneburger Becken begrenzt, völlig mit gut 200 Meter hohen Windrädern zugestellt wird. Bislang stehen nur in der Gemarkung Roßdorf Windräder. Die Entscheidung über den Bau zweier zusätzliche Windräder dort steht unmittelbar zuvor. Auf der Mardorfer Kuppe könnten mutmaßlich neun Windkraftanlagen entstehen. Auf den benachbarten Flächen in den Gemarkungen Höingen und Ebsdorfergrund ­könnten die Windräder auch in den Himmel wachsen.

von Matthias Mayer

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