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Testkäufe mit ernüchterndem Ergebnis

Jugendschutz Testkäufe mit ernüchterndem Ergebnis

Zwölf Verkaufsstellen für hochprozentigen Alkohol hat die Stadtallendorfer Ordnungsbehörde kontrolliert. In sechs Fällen verstießen Verkäufer gegen das Jugendschutzgesetz. Die Stadt verhängte Bußgelder.

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Das Themenbild zeigt die Silhouette eines Alkohol trinkenden jungen Mannes. Der Verkauf von Schnaps an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist untersagt.

Quelle: Arno Burgi

Stadtallendorf. Ein 15-Jähriger hat versucht, Schnaps, also Wodka oder Korn und in einem Fall „Klopfer“ zu kaufen. Eigentlich hätten ihn alle Verkaufsstellen gleich abweisen müssen. So verlangt es das Jugendschutzgesetz ausdrücklich in dem Alter . Unter den Sammelbegriff Verkaufsstellen fallen dabei sowohl Geschäfte wie zum Beispiel auch Tankstellen mit entsprechendem Angebot im Sortiment. Aus Datenschutzgründen will die Stadtverwaltung keine Details dazu nennen, wie viele Geschäfte und wie viele Tankstellen im einzelnen kontrolliert wurden.

Ordnungsrecht sieht hohe Geldbußen vor

Zwölf Mal versuchte es der Jugendliche, sechs Mal bekam er das Gewünschte. Das hatte Folgen. Denn im Hintergrund verfolgte Markus Harder von der Ordnungsbehörde der Stadt den Testkauf. In diesen sechs Fällen verhängte die Stadt empfindliche Bußgelder. Das Ordnungsrecht sieht dafür bei besonders groben Verstößen sogar Geldbußen bis zu einem Betrag von 50.000 Euro vor.

Die Testkäufe hatte die Stadt zuvor, natürlich ohne Datum, angekündigt. Auslöser für diese Kontrolle, erstmalig mit einem begleiteten jugendlichen Testkäufer waren verstärkte Hinweise, dass es Verkaufsstellen mit der Herausgabe von Hochprozentigem nicht so halten, wie es das Gesetz vorschreibt.

Kontrollen sollen wiederholt werden

Markus Harder nennt das Ergebnis ebenso wie Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi „ernüchternd“. Es könne nicht sein, dass der Jugendschutz derart missachtet werde, betonte Somogyi.

Er verweist auf die allgemeine Suchtproblematik unter Jugendlichen, der begegnet werden müsste. „Da hat auch der Einzelhandel eine Verpflichtung“, sagte Somogyi. Er kündigte eine Wiederholung der Kontrollen an. Dabei soll in Zukunft auch der Zigaretten- und Bierverkauf überprüft werden, für den es klare Vorschriften gibt.

Niemand hat aggressiv reagiert

Bei denjenigen, die hochprozentigen Alkohol an den 15-jährigen Testkäufer abgeben wollten, gab es im Übrigen offene Reaktionen. „Alle waren einsichtig, keiner hat aggressiv reagiert“, sagt Harder im Gespräch mit der OP. Immer wieder habe er die Aussage gehört, dass ansonsten immer das Alter kontrolliert werde.

In einem Falle konnte er mitverfolgen, wie der Verkäufer dem Jugendlichen zwar sagte, dass er ihm keinen Alkohol verkaufen werde, aber Zigaretten. In jenem Fall hat es Harder bei einem ernsten Hinweis belassen.

von Michael Rinde

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