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Tenöre rocken auf roten Pferden über die Bühne

Fasching Tenöre rocken auf roten Pferden über die Bühne

Mit großartiger Schützenhilfe aus anderen närrischen Hochburgen gelang dem TSV Wohratal am Samstagabend eine herausragende 13. Prunksitzung im Bürgerhaus.

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Die drei jungen Tenöre Wohratal, Stefan Gilsebach (von links), Peter Hartmann und Jens Ratz, besangen das rote Pferd.

Quelle: Michael Rinde

Wohratal. 14 Programmpunkte, jeder einzelne eine Klasse für sich, überwachte der Elferrat des TSV Wohratal aus seinem täuschend echt aussehendem Piratenschiff heraus. Dass Wohratal auf dem Weg zur kleinen Faschings-Hochburg ist, zeigte sich bei der Besucherzahl und der Qualität der vier eigenen Programmpunkte. Mit mehr als 300 Besuchern war das Bürgerhaus mehr als ausverkauft. Jens Ratz als Sitzungspräsident zeigte große Wandlungsfähigkeit: vom Jürgen-Drews-Verschnitt über den Mönch bis zum Tenor. Peter Hartmann und Stefan Gilsebach, die beiden weiteren jungen Wohrataler Tenöre, standen dem in nichts nach. Die Tenöre waren es denn auch, die das Wohrataler Glanzlicht setzten. Herausragend war ihr Auftritt, der eigentlich nur als Zugabe gedacht war. Auf roten Pferden tobten Ratz und Hartmann über die Bühne, meistens wirklich gekonnt Playback singend. Die drei sangen im Laufe des Abends auch noch mit Tiroler Hut und in klassischer Tenorskluft. Klein, aber sehr fein war der Auftritt der jungen Narren der Trachtengruppe Halsdorf.

Es gab nur einen Wortbeitrag an diesem Abend: Stefanie Kauffeld-Palm und Anja Kisselbach philosophierten über die Männerwelt, über „Papa Ratzi“ und den Unterschied zwischen Schweinen und Männern. „Schweine verwandeln sich nicht in Männer, wenn sie gesoffen haben.“

Show- und Gardetanz auf ganz hohem Niveau dominierte den Abend. Die Kampagne neigt sich dem Ende zu, alle Gruppen waren schon auftrittserprobt. Der Atem stockte den Männern des Komitees beim verführerischen Showballett „Gans anders“ der Kirchhainer Kolpingfamilie. Bei ihrer „Moulin-Rouge“-Intepretation in authentischen Kostümen zeigte sich das Ergebnis von monatelangem intensiven Training. Die Garde des Frauenvereins 1958 Neustadt hatte gleich zwei Auftritte, klassischer Garde- und Showtanz. Die jungen Detektivinnen lösten ihren Fall auch in Wohratal. Ein tänzerischer und optischer Leckerbissen waren auch „Dannys Funken“ aus Momberg.

Der „Frauen-Carnevals-Club-Neustadt“ (FCCN), unterstützt von anderen Karnevalisten, ließ es orientalisch angehen. Diesen Tanz hatte bei der FCCN-Sitzung im November bereits Premiere.

Auch aus Rauischholzhausen gab es einen Hochkaräter: Die Starlights hatten einen besonders aufreizenden Tanz einstudiert. Eine der Damen (Cindy aus Marzahn) war dabei krampfhaft auf Männersuche. Die Prinzengarde des Marburger Funkenkorps bereicherte den Abend ebenfalls gleich zweimal. Und dann waren da noch die legendären „Feuerfunken“, ein karnevalistisches Aushängeschild des VfL Neustadt und den Wohrataler Narren seit Jahren sehr eng verbunden. Schon beim Gardetanz zeigten die Frauen und Männer ihre akrobatische und künstlerische Extraklasse. Beim Finale, dem Showtanz, war die Bühnendecke für die Figuren der „Feuerfunken“ beinahe zu niedrig. Sie hatten sogar die Kondition für eine Zugabe.

von Michael Rinde

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