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Temposünder bekommen Zitronen

Verkehr Temposünder bekommen Zitronen

Auch die vierte Aktion "Runter vom Gas! Hier ist unsere Grundschule" in Kirchhain wurde von den angehaltenen Autofahrern durchweg gelobt, trotzdem einige die Zitrone bekamen.

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Steffi und Jana überreichten Christian Herrmann als Dank für korrektes Fahren eine Rose (oberes Foto). Eine andere Autofahrerin bekam von Alexander (vorne) und Jonas eine Zitrone. Fotos: Böttcher

Kirchhain. Es war ein großer Tag für die Mädchen und Jungen der Klasse 2D der Grundschule in der Ziegelgartenstraße. An der Straße liegt ihre Schule. An jenem Vormittag durften sie den Autofahrern danken, wenn sie nicht zu schnell fuhren oder ihnen sagen, dass sie die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern überschritten haben. Diese Aktion wird von der Kirchhainer Ordnungsbehörde in Zusammenarbeit mit der Grundschule bereits im vierten Jahr organisiert und begeisterte nicht nur die Kinder, sondern stieß auch bei den Autofahrern auf breite Zustimmung.

Über Funk bekommt Armin Schmidt von der Kirchhainer Ordnungspolizei die Geschwindigkeit durchgesagt, die bei der Schule von Kollegen gemessen wurde. Unterstützt wurden die drei Kirchhainer Beamten von zwei Kollegen aus Stadtallendorf. 37 Stundenkilometer rief Schmidt den Kindern zu und schon wurde das Auto in die Parkbucht gewunken.

Jonas und Alexander waren gerade an der Reihe und überreichten der Dame am Steuer eine Zitrone und einen roten Flyer mit dem Bußgeldkatalog. Der Autofahrerin war das sichtlich peinlich, sie bedankte sich und fuhr schnell davon. Bleibt die Hoffnung, dass sie sich beim nächsten Befahren der Ziegelgartenstraße daran erinnert.

Finn und Simon hatten es mit einer Mutter, Birgit Nass, am Steuer zu tun. Sie ist bei der Messung weniger als 30 Stundenkilometer gefahren und erzählte, dass sie sich an die Geschwindigkeit hält, weil sie selbst Kinder hat und möchte, dass ihnen nichts passiert. Stolz überreichen die beiden eine rote Rose und den gelben Dankeschönflyer. Steffi und Jana strahlten, denn auch sie dürfen eine Rose statt Zitrone übergeben. Darüber freute sich Christian Herrmann, der mit zwei weiteren jungen Männern im Auto unterwegs ist. „Das finde ich gut“, ist sein Kommentar dazu, dass er von den Kindern angehalten worden ist. Von den 63 angehaltenen Autos fuhren 24 schneller als 30 Stundenkilometer. Der Spitzenreiter an diesem Vormittag fuhr 48 Stundenkilometer.

„Wir verbinden damit einen Lerneffekt für die Autofahrer“, betonte Gordon Schneider, Leiter der Kirchhainer Ordnungsbehörde. „Trotzdem wir in der Ziegelgartenstraße konsequent Kontrollen vornehmen haben wir mit 20 Prozent immer noch eine zu hohe Überschreitungsrate“, bedauerte er. Heute gebe es nur eine Zitrone, aber beim nächsten Mal einen Verwarnbescheid, denn in den kommenden Tagen werde im Stadtgebiet wieder scharf gemessen, erklärte Schneider. Er wies außerdem darauf hin, dass die drei stationären Messanlagen in Auftrag gegeben seien und Mitte bis Ende Sommer in der Röthestraße und in der Dresdner Straße stehen werden (die OP berichtete).

von Klaus Böttcher

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