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Teichanlage am Iglauer Weg bleibt

Stadtverordnetenversammlung Teichanlage am Iglauer Weg bleibt

Reichlich Gesprächsbedarf legten die Stadtallendorfer Stadtverordneten am Donnerstagabend während der dreistündigen Sitzung an den Tag. Dabei trafen sie zwei wichtige Sachentscheidungen.

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Der Teich am Iglauer Weg bleibt erhalten, verändert aber sein Erscheinungsbild. Die Ufer-Mauer wird abgebrochen und durch eine ­naturnahe Ufer-Böschung ersetzt. Das führt zu einer Verkleinerung der Wasserfläche. Foto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Die unter Vorsitz von Ilona Schaub tagenden Stadtverordneten machten den Weg frei zur Erhaltung der Teichanlage am Iglauer Weg, die längst zu einem Politikum geworden ist.

Die Bürgerunion Stadtallendorf (BUS) hatte die Teichanlage zu ihrem Thema gemacht, nachdem CDU und SPD aus Kostengründen dafür votiert hatten, dem hinfälligen kleinen Naherholungsgebiet die Wasserfläche zu nehmen und durch eine „Rasenmulde“ zu ersetzen. Dagegen hatten sich zahlreiche Anlieger gewehrt.

Manfred Thierau (BUS) ging dementsprechend als Erster in die Bütt. Er beklagte, dass anfangs durch CDU und SPD die Bürgerinteressen nicht vertreten worden seien, dass das Parlament bei Ausgaben häufig falsche Prioritäten setzte. Für seine Partei habe die Teichanlage höchste Priorität. Mit Blick auf die nur sehr vage Kostenschätzung für das Projekt erklärte er, dass eine mögliche Teuerung das Parlament von dem Vorhaben nicht abhalten solle. Zustimmung sei gleich Bürger­nähe, sagte der Polizeibeamte.

Wolfgang Salzer verteidigtdie Haltung der SPD

Ganz anders schilderte Wolfgang Salzer für die SPD die Historie des zweieinhalb Jahre alten Projekts. Dabei verteidigte er die Entscheidung seiner Fraktion, gemeinsam mit der CDU die „Rasenmulde“-Variante allein aus Kostengründen umzusetzen. Der Wunsch der Bürger nach Einbindung in Entscheidungsprozesse sei nachvollziehbar. „Aber nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch realisierbar“, stellte er klar und hielt BUS und Grünen vor, der Stadt ständig ein Ausgabenproblem vorzuhalten, um gleichzeitig der Teicherhaltung trotz fehlender seriöser Kostenplanung das Wort zu reden.

Die jetzige Variante C bringe nach der ohnehin wackligen Kostenschätzung deutliche Mehrkosten im Vergleich zur „Rasenmulde“ mit sich, obwohl die Nebenkosten in der Kalkulation noch nicht drin seien. Gleichwohl stimme seine Fraktion der Teicherhaltung zu, „da die Finanzierung gesichert scheint und wir den Bürgerwillen akzeptieren“.

„Wir haben hart diskutiert und das Ergebnis ist gut. Die SPD macht nun doch mit. Das ist guter Parlamentarismus“, erklärte Winand Koch für die FDP. Vielen Bürgern falle es schwer, sich mit der Stadt zu identifizieren. Um so wertvoller sei es, wenn sich Bürger für ihr Umfeld engagierten. „Wir stimmen gerne zu“, sagte der Rechtsanwalt.

„Wir werden diesem Beschluss erfreut zustimmen“, erklärte Bernt Klapper für die Bündnisgrünen. „Wir freuen uns über den Beschluss und wir freuen uns über den Beschlusstext, in dem nichts mehr von einer Rasenmulde steht“, sagte Klapper, der von einem guten Tag für die Anlieger sprach.

Der Stadtverordnete erinnerte an den mehr als ein Jahr zurückliegenden Ortstermin am Teich mit den Anwohnern und warb dafür, den Anliegern an Ort und Stelle die Planungen vorzustellen. Seine Fraktion hätte die Wasserfläche gern vollständig erhalten. Die werde nun durch den Einbau der Uferböschungen reduziert. Mit dem Kompromiss könne seine Fraktion leben“, sagte er.

CDU enthält sich und freut sich für die Anlieger

„Für die CDU sind alle Bürger gleich. Wir halten nichts davon, Stadtteile gegeneinander auszuspielen“, betonte Hans-Georg Lang. Seine Fraktion sei mit der Vorlage der Verwaltung nicht zufrieden. Es gebe einfach zu viele Unbekannte. Die in Kauf zu nehmen, sind die anderen Fraktionen offenbar bereit.

„Deshalb könnten wir uns nicht zu einem Ja durchringen. Wir werden uns enthalten und diese Enthaltung richtet sich nicht gegen die Anlieger. Für die Bürger hoffen wir auf eine schöne Anlage. Für uns ist das eine heikle Angelegenheit“, bekannte Lang. Bei einer Nein-Stimme und Enthaltungen aus dem CDU-Lager wurde der Antrag angenommen.

Zustimmung fand auch die für das kommende Haushaltsjahr vorgesehene Umsetzung des zweiten Bauabschnitts zur Ertüchtigung des Herrenwaldstadions. Mit einem geplanten Kostenaufwand von 1,409 Millionen Euro sollen Projekte verwirklicht werden, die mehr die Besucher des Stadions als die Sportler betreffen. Zentrales Element sind die Vereinigung zwischen dem Festplatz und der Fläche neben dem Multifunktionsgebäude. Hier soll eine Fläche entstehen, die sowohl für außersportliche Ereignisse genutzt werden als auch als Parkplatz verwendet werden kann. Dazu kommt die Ertüchtigung des Haupterschließungsweges im Stadion an der Tribünenseite und der Ausbau des Weges zur Maschinenhalle.

Frank Drescher (SPD) sprach von der Umsetzung eines schlüssigen Masterplans für das Stadion, das im Wasserschutzgebiet liege. Das erschwere und verteuere den Ausbau, der für seinen Geschmack schon nach Fertigstellung des Multifunktionsgebäudes hätte erfolgen müssen. Drescher kündigte die Zustimmung der SPD an.

Fabian Gies (CDU) fasste sich kurz. Seine Fraktion stehe hinter dem Beschluss, zumal das meiste Geld für die zentrale Fläche ausgegeben werde, von der nicht nur der Sport profitiere.

„Wir sind in der guten Situation, dass die Geldmittel vorhanden sind“, sagte Winand Koch (FPD) und ergänzte mit Blick auf das Gesamtkonzept für das Stadion: „Was wir auf den Weg bringen ist beispielhaft, dient Kindern, Jugendlichen, Schulen und Sportlern.“

Für die Grünen erklärte Michael Feldpausch, dass seine Fraktion nichts gegen die Planungen einzuwenden habe. Allerdings kritisierte er, dass jetzt dafür Gelder freigegeben würden noch vor der Einbringung des Haushalts. Die beiden Grünen Stadtverordneten enthielten sich der Stimme, der große Rest des Hauses stimmte zu.

von Matthias Mayer

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