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Tänzer will als Sänger Karriere machen

Musik Tänzer will als Sänger Karriere machen

Als Tänzer feierte Mehmet Durmaz riesige Erfolge: Er wurde Vizeweltmeister im Hip Hop und stand mit Weltstars wie Shakira oder Rihanna auf der Bühne. Nun will er sich auf die Spuren der Sängerinnen begeben.

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Mehmet Durmaz nennt sich als Sänger „Millon Dell“.

Quelle: Privatfoto

Kirchhain. Als 17-Jähriger zog Mehmet Durmaz in die Welt hinaus, um als Tänzer Karriere zu machen. Angesichts seiner Herkunft sei dies etwas ganz Besonderes gewesen, erinnert er sich: „Normalerweise wird in türkischen Familien von Söhnen erwartet, dass sie eine Ausbildung machen und hart arbeiten. Bei mir war das anders. Ich verdanke meinen Eltern sehr viel. Eigentlich alles.“

Ibrahim und Nese Durmaz ließen ihren Sprössling nach der zehnten Klasse mit der Schule aufhören und nach Köln ziehen, um seinen Traum zu leben - was ihm auch nach allen Regeln der Kunst gelang: Bei einer „Audition“ in Spanien für die MTV Awards setzte Mehmet sich gegen 500 Konkurrenten durch, wurde als einer von zehn Tänzern für die Veranstaltung gebucht und stand letztendlich mit Shakira und Rihanna vor einem Millionenpublikum auf der Bühne. Für den amerikanischen Weltstar durfte er noch mehrfach als Background-Tänzer auftreten, außerdem war er unter anderem beim Eurovi-sion Song Contest in Malmö beim Beitrag von Weißrusslands Alena Lanskaja zu sehen.

Doch recht bald war dem Kirchhainer klar, dass er als Tänzer alle seine Träume verwirklich hatte. „Als ich als Tänzer für Rihanna auftrat, hatte ich kurz das Gefühl, dass die Bühne nur mir gehört“, berichtet er. Dann sei ihm bewusst geworden, dass die Sängerin im eigentlichen Rampenlicht stehe: „Ich dachte mir, dass dies ein tolles Gefühl sein muss und sagte mir, dass ich das auch irgendwann spüren will.“

Noch als er 17 Jahre alt war, nahm Nessy Elik zu ihm Kontakt auf. Sie erwischte einen enttäuschten jungen Mann, denn gerade war die Tour von Rihanna durch die Ukraine abgesagt worden. „Es sollte wohl so sein, dass sich ein neues Kapitel öffnet“, glaubt Mehmet Durmaz - denn die Managerin wollte ihn als Sänger unter Vertrag nehmen. Mit 18 Jahren leistete er in Berlin die entsprechende Unterschrift, musste jedoch erst einmal feststellen, „dass es in der Musikbranche nicht so einfach läuft wie beim Tanzen“. Vertrag, Musikrichtung, Stil - dies seien nur einige Punkte, die stimmen müssten: „Zudem braucht man ein Label, das einen unterstützt. Das dauert alles seine Zeit.“

Nun jedoch scheint die Zeit reif: Er habe den Produzenten gewechselt und arbeite nun mit Jud Friedman zusammen, der schon Whitney Houston unter Vertrag hatte. Zudem stehe das Label fest, und gerade habe er in Hamburg seine ersten zwei Songs aufgenommen, berichtet Mehmet Durmaz - der als Sänger jedoch als „Millon Dell“ in Erscheinung treten will: Künstlernamen seien in der Branche üblich, sagt er und erklärt, dass er sich für ein Pseudonym entschieden habe, das international klingen sollte.

Wie seine Songs heißen und welchen er Anfang 2014 herausbringt, dürfe er noch nicht verraten, sagt der inzwischen 20-Jährige. Drei weitere Lieder werde er noch aufnehmen, dann entscheide sein Label, welches die erste Single wird. Die Stilrichtung sei R‘n‘B/Pop - das darf „Millon Dell“ immerhin preisgeben. Und auch, dass sein Produzent seine hohe Stimme gut finde. Dazu verspricht Mehmet, dass das zur ersten Single gehörende Video mit Sicherheit viel Tanz beinhalten werde.

In Kirchhain, wo er kürzlich zu seinen Wurzeln zurückkehrte und noch einmal einen Workshop im „bodyproject“ gab, war er vor zwei Jahren beim Festakt „125 Jahre TSV“ schon einmal als Sänger in Erscheinung getreten - allerdings mit mäßigem Erfolg, da die Zuschauer ihn lieber tanzen sehen wollten.

„Damals war ich so aufgeregt wie noch nie“, erinnert sich Durmaz und gibt zu: „Ich hatte Angst.“ Dies gepaart mit schlechter Vorbereitung, fehlender Harmonie mit dem Gitarristen und falschen Tönen auf beiden Seiten habe für eine misslungene Premiere als Sänger gesorgt. Inzwischen sei er besser geworden: „Das ist zwei Jahre her und ich habe damals noch nicht mit einem Vocalcoach zusammengearbeitet. Es war falsch, ins kalte Wasser zu springen.“

Die Zeiten hätten sich inzwischen geändert. „Millon Dell“ glaubt an sich, seinen Gesang und seine Songs: „Die Leute sollen sich überraschen lassen und mich nicht vorverurteilen. Ich kann natürlich nichts versprechen, aber ich glaube, 2014 wird mein Jahr.“ Bis dahin konzentriert er sich weiter auf seine Arbeit in „D‘s Dance School“ von Detlef D. Soost in Berlin.

Bei seinen Zielen scheint Mehmet ohnehin weniger an sich selbst zu denken: „Ich will das, was ich mag, auf die Bühne bringen. Vor allem will ich aber in der Lage sein, meinen Eltern das zurückzugeben, was sie mir gegeben haben. Ich möchte so viel Geld verdienen, dass sie aufhören können zu arbeiten.“ Ob das klappt, steht in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass Ibrahim und Nese Durmaz stolz auf ihren Sohn sein können. Schon jetzt.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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