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Tänze bringen vor allem Lebensfreude

Senioren Tänze bringen vor allem Lebensfreude

Fürs Tanzen ist man nie zu alt: Beim Tanzfest bewegten sich in der Stadthalle 430 Seniorentänzerinnen aus ganz Hessen gemeinsam und im Einklang.

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Gleich zu Beginn dieses besonderen Seniorentanznachmittags zeigten sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Tanzfläche.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Tänze im Kreis, im Block, mit zwei Partnerinnen oder paarweise: Für die Tänzerinnen ist das kein Problem, in der Stadthalle ist reichlich Platz. Denn beim Tanzfest steht nicht die Bühne im Mittelpunkt, sondern ein großer Tanzkreis, der von einem Stuhlkreis umrahmt ist. Nach einem Auftritt beim Hessentag im Jahre 2010 hatte der Bundesverband Seniorentanz, Landesverband Hessen, zum zweiten Mal in die Stadthalle eingeladen.

„Wir brauchen eine große Halle, und Stadtallendorf liegt mitten in Hessen“, erläutert die Landesvorsitzende Gisela Floß aus Kassel. Der Bundesverband Seniorentanz wurde 1977 gegründet. Er ist ein Ausbildungsverband, der in Lehrgängen Seniorentanzleiter für das Tanzen auf der Fläche und für Tanzen im Sitzen ausbildet. In jedem Bundesland gibt es einen Landesverband, und in größeren Städten und deren Einzugsgebieten sind Arbeitskreise eingerichtet.

Dort treffen sich die Mitglieder des Verbandes, überwiegend jedoch die Tanzleiterinnen und Tanzleiter zur Weiterbildung. In Hessen gibt es 12 Arbeitskreise, in 340 Tanzkreisen „bewegen“ sich etwa 3500 Tänzerinnen und Tänzer. Helga Schewe ist Arbeitskreisleiterin für den Bereich Marburg.

Bis vor sechs Jahren war sie Vorsitzende im Landesverband Hessen. Heute arbeitet sie im Bundesvorstand mit. Etwa 20 Seniorentanzgruppen vereint der Arbeitskreis Marburg. Neben der Teilnahme am Hessentag finden viermal im Jahr Fortbildungen statt, und einmal jährlich wird das Tanzfest organisiert. „Wir brauchen dringend Leute, die tanzen wollen, aber auch Leute, die sich ausbilden lassen wollen“, betont Schewe.

In Stadtallendorf besteht die Seniorentanzgruppe seit zehn Jahren und wird von Bernade Kroll geleitet. Sie ist am Mittwochnachmittag mit 14 Tänzerinnen gekommen. Insgesamt besteht die Gruppe aus 18 Tänzerinnen im Alter von 59 bis 84 Jahren, die sich alle 14 Tage trifft. „Manche denken – ach, Senioren, die machen nur eins, zwei, drei“, erklärt Bernade Kroll. Doch ganz so einfach sei es nicht. „Seniorentanz ist Jogging für Körper und Kopf.

Schritte muss man im Kopf haben

Die Schritte muss man im Kopf haben, um sie dann umzusetzen“, so Kroll. Die Gruppe ist in Stadtallendorf durch Auftritte beim Heimat- und Soldatenfest, Seniorenweihnachtsfeiern der Stadt oder bei der Awo bekannt. In Wolferode besteht die Seniorentanzgruppe seit 13 Jahren. Sie wird von Helga Kordes geleitet. 18 Tänzerinnen aus Wolferode und den umliegenden Ortschaften sind bei der Veranstaltung in der Stadthalle mit dabei.

Mit der Zeit sei die Gruppe zwar kleiner geworden, weil Krankheiten und gesundheitliche Probleme im Alter aufgetaucht seien, doch auch neue Tänzerinnen seien hinzugekommen. „Für Körper, Geist und Seele ist Tanzen das Ideal in der zweiten Lebenshälfte, und die Gehirnhälften werden trainiert“, unterstreicht sie.

Tanzen ist bestes Rezept für geistige Fitness

Im Vorfeld hatten alle Tanzleiterinnen ein Tanzprogramm erhalten, das in den Gruppen einstudiert und beim Tanzfest gemeinsam präsentiert wurde. Die Tänze waren angelehnt an den internationalen Tanzleiterkongress, der alle drei Jahre stattfindet.

In diesem Jahr trafen sich die Tanzleiterinnen aus 14 europäischen Ländern in Österreich. „Wir wollen die Atmosphäre dieses besonderen Ereignisses auch nach Stadtallendorf bringen“, hob die Landesvorsitzende Gisela Floß in ihrer Begrüßung hervor. „Tanzen macht nicht nur Spaß, Tanzen baut Stress ab und ist gut für die Seele“, erklärte Birgit Thiel, Seniorenbeauftragte der Stadt Stadtallendorf.

Der dreistündige Tanznachmittag begann mit dem „Milise Mu“, einem griechischen Tanz. Mit nur wenigen Ausnahmen bewegten sich fast ausschließlich Tänzerinnen im Einklang zur Musik. „Ganz viele alleinstehende Frauen finden hier Lebensfreude und Erfolgserlebnisse“, hob Floß hervor. Studien zufolge sei Tanzen das beste Rezept für geistige Fitness. „Tanzen spricht beide Gehirnhälften an und verhilft zu mehr Konzentration“, so Floß.

Die Bewegung in netter Gesellschaft zu schöner Musik mache körperlich gesünder und helle die Stimmung auf.

von Karin Waldhüter

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