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Szavarsi kommt - nur als Alternative

Feldtag widmet sich Energiepflanzen Szavarsi kommt - nur als Alternative

Die Energiewende und der boomenden Energiepflanzenmarkt gewinnt für die Landwirtschaft kontinuierlich an Bedeutung. So stand auch der Feldtag 2013 des Wasser- und Bodenverbandes im Zeichen dieses Themas.

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Der Mais-Zünsler verrichtet auch an neuen „Turbo-Züchtungen sein zerstörerisches Werk.

Ostkreis. Trotz der Aktualität des Themas waren diesmal nur rund 30 Landwirte zu den zwischen Erksdorf und Hatzbach gelegenen Versuchsfeldern gekommen. „Das Wetter ist wohl zu gut für die Gerste-Aussaat“, mutmaßt Werner Metke, der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes.

Angesichts der Verdichtung von Biogasanlagen in der Region werde weiterhin intensiv nach einer Alternative zum Mais gesucht, erläutert der Diplom-Agraringenieur im Gespräch mir der OP. Zum Beweis für die Dringlichkeit dieser Suche greift er nach einer Maispflanze, deren Stiel sich lila-braun verfärbt hat. „Das ist der Mais-Zünsler drin“, konstatiert Metke.

Dieser gefürchtete Mais-Schädling frisst sich von oben in die Pflanze rein und arbeitet sich bei seinem zerstörerischen Werk bis ins „Erdgeschoss“ vor. Besonders fatal: Der Mais wird bei der Ernte etwa 30 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Und in diesem Endstück kann der Mais-Zünsler problemlos überwintern.

„Hier am Standort ist die Situation nicht schlimm. Aber auf leichten Böden, wie wir sie im Raum Rüdigheim haben, sind die Probleme mit dem Mais-Zünsler deutlich größer“, erklärt Werner Metke. Gleichwohl ist er davon überzeugt, dass Silo-Mais weiterhin das mit Abstand wichtigste Substrat für den Einsatz in Biogasanlagen bleiben wird - trotz der erfolreichen Erprobung des ungarischen Szavarsi-Grases.

Keine Chance fürdie gelben Blüten

Diese Einschätzung teilt seine Kollegin Susanne Fischer, die die Landwirte auch im Hinblick auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie berät. Zur Umsetzung der Richtlinie dienen auch die versuche mit den Szarvasi-Gras im Raum Erksdorf auf fünf Hektar Fläche. Die Versuche seien überzeugedn gewesen. In der Biogasanlage habe das Gras, das keine Erosionprobleme verursache, den Methanertrag des Mais‘ gebracht. In der Trockenmasse habe das Energiegras im ersten Jahr einen Trockenmasse-Ertrag von 14 Tonnen pro Hektar gebracht - sechs Tonnen unter dem Maisertrag. In diesem Jahr habe schon der erste Schnitt - im Gegensatz zum Mais kann das Gras zweimal im Jahr geerntet werden - schon 13 Tonnen Trockenmasse gebracht. Der zweite Schnitt werde wegen des trockenen Sommers deutlich weniger Ertrag bringen.

Nicht zuletzt wegen seiner großen Klima-Toleranz wird der Mais nach Einschätzung der Fachfrau unverzichtbar sein. Das Szarvasi-Gras hält sie für eine gute Alternative auf Problemflächen, die von Erosion oder von Wildschweinen bedroht werden. Und das sehen die Landwirte im Ostkreis offenbar genauso: Die Anbaufläche für Szaravarsi-Gras hat sich innerhalb eines Jahres verachtfacht - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau.

Und wie ist es um eine mögliche Alternative zur Alternative Szarvasi-Gras bestellt? Sie ist nicht in Sicht. Die Hälfte der auf dem Versuchsfeld angebauten Hirse liegt am Boden und die andere Hälfte hat laut Susanne Fischer deutliche Probleme mit der Trockenmasse. Die hat die durchwachsene Silphie nicht. Bei Versuchen in Thüringen schrieb diese gelb blühende Pflanze im zweiten Standjahr mit Hektarerträgen von 18 bis 28 Tonnen Trockenmasse Schlagzeilen. Gleichwohl ist der bis zu drei Meter hohe Korbblüter in geradezu grotesker Weise unwirtschaftlich: Die Anbaukosten liegen laut Susanne Fischer be 7500 Euro pro Hektar. Zum Vergleich: Das als teuer geltende Saatgut für Szarvarsi-Gras schlägt mit 400 Euro pro Hektar zu Buche.

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