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Südstaaten-Feeling an der Ohm

Jan-Luley-Konzert Südstaaten-Feeling an der Ohm

Einen "Hurrican in Amöneburg" erlebten die Besucher des Jan-Luley-Solo-Konzertes am Samstagabend im Hof der Brücker Mühle.

Amöneburg. Dies in Anspielung auf den „Hurricane Boogie Woogie“, den der Künstler mit unglaublicher Virtuosität und Schnelligkeit auf seinem rabenschwarzen Piano ausdrückte. In seinem Programm „Klaviererzählungen“ oder „Piano Tales“ präsentierte der Jazz-, Blues- und Boogie-Pianist, der in Bad Hersfeld geboren wurde und bis zum vergangenen Jahr auch den Amöneburger Ortsteil Erfurtshausen zu seiner Wahlheimat gemacht hatte, vor rund 120 begeistert Zuhörenden sein aktuelles Musikprogramm. „Als ich vor zehn Jahren erstmals auf diesem Hof stand, wusste ich, das ist ein Platz, wo ich einmal ein Konzert geben möchte“, begrüßte Luley die Besucher.

Vielfältige und spannende Musik

Der Jazz-Tastenmann mit dem Cowboyhut stimmte das Publikum mit einem Stück von Buddy Bilden ein und legte danach mit dem weltberühmten St.-Louis-Blues los, dem er mit spielerischer Leichtigkeit eine Tango-Note verpasste. Dass das im Publikum ankam, zeigten viele schnippende Finger und im Rhythmus wippenden Füße.

Als Sänger und Pianist hat sich der Künstler besonders dem Erbe der amerikanischen Südstaaten-Musik verschrieben. Mit seiner stilistischen Vielfalt, seiner musikalischen Kreativität und Virtuosität gehört Luley zweifellos zu den vielfältigsten und spannendsten Musikern der heutigen Jazzszene. In seinen Stücken verarbeitete er die Einflüsse der Pianisten aus New Orleans, der Geburtsstadt des Jazz am Mississippi, verpackte sie in neue Arrangements und vermischte sie mit Anleihen aus Rock, Pop und moderneren Jazzentwicklungen.

Aber auch mit seinen eigenen Kompositionen wie den „Creol Tears“, einem langsamen Blues, sorgte er im Hof der Brücker Mühle für ein sowohl gefühlvolles wie auch mitreißendes Musikerlebnis der Extraklasse. Mit seiner unterhaltsamen, charmanten Moderationen verknüpfte er die Musik mit Stimmungen, Anekdoten und historischen Informationen über die Stücke, über Pianisten und unterschiedliche Musikstile.

Wie ein roter Faden zog sich das Südstaaten-Feeling durch seine Musik, diesem ganz besonderen New Orleans Sound. Dabei rauschte aber an dem lauen Sommerabend nicht der Mississippi, sondern ganz leise die Ohm. Seine Musik war zeitlos, ohne Noten- und Textvorlagen pianistisch auf höchstem Niveau und dazu eine tiefe Verbeugung vor der musikalischen Tradition aus New Orleans in erfrischend zeitgemäßer Umsetzung.

Mit langanhaltendem Applaus forderten die Besucher die obligatorische Zugaberunde ein, die von dem Künstler auch gerne geboten wurde. Bereits am 31. August will der veranstaltende Brücker Verein mit der Marburger Gruppe „Kääsbohrer“ für ein weiteres musikalisches Schmankerl im Hof der Brücker Mühle sorgen, kündigte Vorsitzender Reiner Nau an.

von Alfons Wieber

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