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Suche zwischen „Teufeln und Untoten“

Gruselnach im Maislabyrinth Suche zwischen „Teufeln und Untoten“

150 Besucher hatten sich am Freitagabend bei Dunkelheit ins Maislabyrinth zwischen Marburg und Amöneburg getraut - darunter auch die Wagners aus Wittelsberg.

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Der Schrecken lauert am Wegesrand: Mit Taschenlampen bahnen sich drei Kinder ihren Weg durch das Mardorfer Maislabyrinth. Fotos: Yanik Schick

Mardorf. Gegen 21 Uhr trudelt die vierköpfige Familie am Maisfeld ein. Aus der Zeitung haben die Eltern von der Gruselnacht erfahren. „Es sind Ferien und da kam es uns gelegen, denn wir wollten mit den Kindern etwas unternehmen“, erklärt Mutter Simone. Angst oder zumindest leicht erhöhter Blutdruck ist bei den Wagners vor dem Gang ins Ungewisse noch überhaupt nicht zu spüren. Selbst die Kinder Lina und Anne scheinen völlig gelassen - sie kennen einen Trick: „Immer in eine Richtung halten, dann kommen wir schnell ans Ende“, verraten die Mädchen. Klingt logisch.

Voller Zuversicht schreiten die vier also ins fast drei Meter hohe Labyrinth. Am Start haben sie sich noch eine Rätselkarte eingesteckt - es gilt, fünf Stationen in den verschiedensten Ecken des Feldes zu finden und dort Fragen zu beantworten. Sie entscheiden sich zunächst gegen ihre Geheimtaktik und laufen nach Gefühl - mal links, mal rechts. Kerzenschein und Totenköpfe zieren auf den ersten Metern den schmalen Weg, die Kinder entdecken sogar ein ganzes Skelett. Schließlich springt aus den dichten Maispflanzen eine unheimliche Gestalt hervor und schreit laut auf - Familie Wagner lässt sich davon kaum beeindrucken.

Die ersten beiden Stationen sind schnell gefunden. Dann allerdings werden Eltern und Kinder langsam unruhig. Die absolute Desorientierung macht ihnen zu schaffen. „Ich hab das Gefühl, hier waren wir schon mal“, sagt Simone Wagner ratlos. Papa Bernd ergänzt: „Ich habe keine Ahnung, wo vorne, hinten, rechts oder links ist.“ Dazu wird es immer dunkler: Die Taschenlampen sind mittlerweile im Dauereinsatz. Und noch etwas erschwert den Trip durch das Labyrinth: es regnet, die Wege werden rutschiger.

„Ich wäre ja schon froh, wenn wir hier überhaupt wieder herauskommen“, scherzt Bernd Wagner. Vereinzelt teilt sich die Familie nun sogar auf, um schneller den richtigen Weg zu entdecken. Und siehe da: Nach fast einer halben Stunde ist der Ausgang erreicht. Lina und Anne sind aber noch nicht zufrieden, schließlich haben sie auf ihrer Route noch nicht alle Stationen entdeckt.

Die Wagners machen also kehrt und vertrauen fortan auf ihr besprochenes System, sie biegen bei jeder Gelegenheit rechts ab. Das funktioniert. Zügig stoßen die Wittelsberger auf die gesuchten Eckpunkte. „Von Angst übrigens keine Spur“, ruft Mutter Simone selbstbewusst durch das Maisfeld. Der große Schreck bleibt tatsächlich aus. Dennoch ist die Familie froh, als sie nach gut einer Stunde im Labyrinth zum zweiten Mal den Ausgang erreicht. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, finden die Eltern, „es war mal eine Abwechslung und definitiv einen Ausflug wert.“ Auch, wenn der Gruselfaktor relativ gering gewesen sei, wie Bernd Wagner meint.

Insgesamt zehn „Untote, Teufel und Vampire“ haben sich im Labyrinth versteckt, um Familie Wagner und die rund 150 anderen mutigen Gäste an diesem Abend zu erschrecken, klärt Veranstalter Alexander Rhiel auf. Die Gruselnacht richtet er mit seiner Frau zum ersten Mal aus. „Wir wollten einfach mal etwas Neues anbieten“, so Rhiel. Der Gang durch das Labyrinth habe bei Dunkelheit natürlich seinen besonderen Reiz, „denn die Leute wissen nicht, was sie an der nächsten Ecke erwartet.“ Mit der ausgefüllten Rätselkarte dürfen die Wagners nach der Verlosung übrigens auf Kinogutscheine hoffen - ob es klappt oder nicht: Gelohnt hat es sich allemal.

von Yanik Schick

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