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Studie: Nahwärme für Rauschenberg

Die Kernstadt könnte "Bioenergiedorf" werden Studie: Nahwärme für Rauschenberg

Als erste Kommune des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat die Stadt Rauschenberg zweiBioenergiedörfer. Jetzt könnte ein drittes dazu kommen.

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Idyllisch und etwas abseits liegt die Fiddemühle im Wohratal. Die Biogasanlage (am rechten Bildrand) könnte trotz der Entfernung von einem Kilometer zum Rauschenberger Stadtrand wirtschaftlich Nahwärme an die Kernstadt liefern. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. von Matthias Mayer

Rauschenberg. Wie Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich im Gespräch mit der OP mitteilte, liegt nun die lange ersehnte Machbarkeitsstudie des Einbecker Planungsbüros GUT vor. In dieser Studie kommt der Physiker Gunter Brandt zu der Einschätzung, dass Teile der Kernstadt unter „bestimmten Voraussetzungen“ wirtschaftlich mit kostengünstiger und umweltfreundlich erzeugter Nahwärme aus der Biogasanlage der Fiddemühle versorgt werden können.

Gunter Brandt hatte zuvor entsprechende Berechnungen für die heutigen Rauschenberger Bioenergiedörfer Josbach und Schwabendorf erstellt, die sich als zutreffend erwiesen. Zudem war es Brandt, der den Bau der Nahwärmenetze in beiden Orten plante und betreute. Die Nahwärmegenossenschaften in beiden Stadtteilen verkaufen die lokal erzeugte Nahwärme deutlich unter dem Heizöl-preis.

Was versteckt sich hinter den „bestimmten Voraussetzungen“? Der Bürgermeister stellt klar, dass der Bau eines Nahwärmenetzes im Südwesten der Kernstadt nur funktionieren kann, wenn sich dafür eine Genossenschaft als Betreiber bildet. Die Stadt könne nicht als Betreiber auftreten, werde aber eine Genossenschaft genauso unterstützen, wie sie dies in Josbach und in Schwabendorf getan habe.

Michael Emmerich weiß, wovon er spricht. Er ist ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Bioenergiedorf-Genossenschaft Josbach, deren Werden er noch während seiner Zeit als Ortsvorsteher von Josbach ganz wesentlich vorangetrieben hat.

Laut der Studie könnten durch das Nahwärmenetz folgende Straßen erschlossen werden: Bahnhofstraße (unterer Abschnitt), Im Flur (eventuell mit der Kratz‘schen Scheune), Albert-Schweitzer-Straße, Robert-Koch-Straße, und Berliner Straße (unteres Teilstück). Der Bürgermeister sieht dort die Chance, Nahwärme auch ganzjährig in größeren Mengen an Firmen zu verkaufen. Entsprechende Anfragen von Firmen lägen ihm vor. „Ob es was wird, richtet sich nun nach dem Bürgerwillen“, erläuterte Emmerich, der davon ausgeht, dass die Entscheidung für oder wider das Projekt „über den Winter“ fallen müsse. Zugleich teilte der Bürgermeister mit, dass sich die Nahwärmepläne für den Stadtteil Ernsthausen nach der Machbarkeitsstudie nicht in einem vernünftigen Kostenrahmen realisieren lassen.

Die Familie Stracke hat auf dem Areal der Fiddemühle eine der ersten Biogasanlagen der Region gebaut, die allerdings noch immer zu dem leistungsstärksten Biomasse-Anlagen des Landkreises gehört. Deren Handicap ist der Standort. Die Entfernungen nach Rauschenberg und Ernsthausen sind relativ weit. Für eine Erschließung Ernsthausens hätte zudem die Wohra mit erheblichem Aufwand unterquert werden müssen.

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