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Strenge Regeln für den Wald

FSC-Zertifikat Strenge Regeln für den Wald

Seit Jahresbeginn trägt der Staatswald des Forstamts Kirchhain das FSC-Siegel. Für die Forstwirtschaft ändert das trotz strengerer Anforderungen nicht viel - dafür aber gewinnt das Holz an Reputation.

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Landtagsabgeordnete Angela Dorn (vierte von rechts) steht gemeinsam mit Forstamts- und Revierleitern sowie einigen Interessierten vor einem Habitatbaum.

Quelle: Yanik Schick

Kirchhain. Die schwarz-grüne Landesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten, den gesamten hessischen Staatswald nach den Standards von FSC zertifizieren zu lassen. „Forest Stewardship Council“ (FSC), ­eine Non-Profit-Organisation,­ setzt sich international für nachhaltige Forstwirtschaft ein.

Anfang des Jahres erhielt unter anderem die etwa 8700 Hektar große Waldfläche des Kirchhainer Forstamts die Zertifizierung. „Für uns ist das ein Reputationsgewinn“, sagt Forstamtsleiter Lutz Hofheinz, „wir können belegen, dass unser Holz jetzt noch schärferen Anforderungen entspricht.“ Schon seit vielen Jahren besitzt der Kirchhainer Staatswald das PEFC-Siegel, das ebenfalls von Nachhaltigkeit zeugt, dabei aber andere oder etwas lockerere Maßstäbe als FSC anlegt.

Um also nachzuweisen, dass die FSC-Kriterien im Wald des Forstamts Kirchhain erfüllt werden, bedurfte es im vergangenen Jahr einer Prüfung durch ein unabhängiges Zertifizierungsunternehmen. Laut FSC ist unter anderem der Einsatz chemischer Mittel untersagt, die Jagd darf nur mit bleifreier Munition betrieben werden und auf einem Hektar Fläche müssen sich mindestens zehn Habitatbäume befinden.

Forstamt kommt Anforderungen mühelos nach

Das Forstamt Kirchhain habe den Anforderungen recht mühelos nachkommen können, so Lutz Hofheinz. „Unsere Forstwirtschaft war ja vorher schon auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir kommen zum Beispiel seit zwei Jahrzehnten fast komplett ohne Pflanzenschutzmittel aus.“

Bei einer Waldbegehung machte sich just auch die grüne Landtagsabgeordnete Angela Dorn ein Bild vor Ort. „Ich möchte später auch noch mit meinen Enkelkindern die Möglichkeit haben, durch denselben Wald wie heute zu gehen“, sagte sie.

Doch obwohl das Kirchhainer Forstamt viele FSC-Anforderungen problemlos umsetzen konnte, stellt die Zertifizierung finanziell eine Belastung dar. Wegen der neuen Auflagen sinken die Einnahmen, weil generell weniger Holz eingeschlagen werden darf und ertragreiche Nadelhölzer - als nicht-heimische Baumarten - zurückgedrängt werden müssen. Aber auch die Kosten steigen, weil der Abstand der Rückegassen erweitert werden muss.

von Yanik Schick

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