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Sträucher und Gräben werten Natur auf

Neues Biotop Sträucher und Gräben werten Natur auf

In einer großen Aktion verschönerten Helfer Erksdorfs Landschaft mit Sträuchern und Eichen. Der Grund dafür liegt allerdings in Hatzbach.

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Helfer und Unterstützer stehen vor einer der neu angelegten Grabentaschen für die Tier- und Pflanzenwelt. Foto: Yanik Schick

Erksdorf. Pünktlich um die Mittagszeit liegen die Würstchen auf dem Grill, die rund 30 fleißigen Helfer haben ihren Auftrag erfüllt. Den ganzen Vormittag über pflanzten Jagdgenossen, Jäger und Landwirte in der Gemarkung „In der Zwiesel“ verschiedene Sträucher, 1150 an der Zahl, dazu acht Eichen. Etwas unterhalb davon hatte die Stadt bereits einige Wochen zuvor drei Grabentaschen ausheben lassen, die als Rückhaltebecken für den kleinen Bach „Barbjes Graben“ dienen. Der entspringt direkt in der Gemarkung und fließt von dort bis in die Hatzbach.

„Naturschutzrechtliche Ausgleichsverpflichtungen“, erklärte Bürgermeister Christian Somogyi, seien mit diesen Arbeiten erledigt worden. Weil die Grillhütte in Hatzbach ausgebaut wird - und deshalb auf dem Gelände Bäume gefällt sowie Grünflächen versiegelt werden müssen - hat die Stadt die gesetzliche Auflage, jenen ökologischen Verlust durch Renaturierung zu kompensieren. Aber warum gerade in Erksdorf, wenn in Hatzbach ein Eingriff in die Natur erfolgt? „Die hier ‚In der Zwiesel‘ war schon länger geplant“, berichtete Uwe Volz, der Umweltbeauftragte der Stadt, „und vom Aufwertungsumfang passte das ungefähr zusammen.“ Die Projekte werden an einem strengen Öko-Punktesystem gemessen. Wo an einer Stelle - wie nun in Hatzbach - Punkte verloren gehen, muss das Punktekonto an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. Sonst wird es teuer für die Stadt.

Die Arbeiten in Erksdorf haben sich derweil auch aus anderen Gründen gelohnt - nicht nur des Landschaftsbildes wegen, sondern auch im Hinblick auf den Lebensraum vieler Tiere. Die aus den Sträuchern entstehenden Feldhecken werden als Rückzugsort für Hasen, Füchse und Rebhühner dienen. „Die Hecken sind sehr wertvolle Ökosysteme. Bis zu 900 verschiedene Tierarten können dort leben“, erklärte Uwe Volz. Indes werden die neuen Gräben Amphibien wie Kröten und Frösche und in den Schlammflächen auch Insekten beheimaten. Und letztere bieten wiederum die Nahrungsgrundlage für manche Vögel, deren Zugroute über der Gemarkung liegt. Etwa eine Vegetationsperiode, so Volz, werde es bis zur Ansiedlung der Tiere brauchen. Stolz waren am Ende die ehrenamtlichen Helfer, die unter anderem Ingo Henkel mobilisiert hatte.

„Uns liegt etwas an der Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Jagdgenossenschaft und Landwirtschaft“, betonte der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft. „Deshalb haben wir uns an dieser Aktion gerne beteiligt“, ergänzt Henkel.

von Yanik Schick

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