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Storchendorf bangt um die Störche

Ernsthäuser hoffen auf erfolgreichen Brutversuch Storchendorf bangt um die Störche

Die Ernsthäuser tragen den Spitznamen Störche. Ihr Gemeinschaftshaus haben sie Storchennest genannt. Und der Bürgerverein, dessen Mitglieder überall Hand anlegen, wo‘s was zu tun gibt, nennt sich Aktive Störche.

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Auf diesem Nest unweit der Fiddemühle wurde ein Hochzeit feierndes Storchenpaar gesichtet. Fotos (2): Matthias Mayer

Ernsthausen. Deutlicher lässt sich die enge Verbindung des Dorfes zu den stolzen Großvögeln, die um 1900 noch zum Dorfalltag gehörten, nicht dokumentieren. Nur: Die Störche sind seid vielen Jahrzehnten im Storchendorf Ernsthausen nicht mehr heimisch.

Daran wollen Hans-Jörg Hellwig, Walter Müller, Gerhard Damm und Konrad Weisheit etwas ändern. Das Quartett baute Anfang 2013 zwei Nisthilfen für Störche, montierte diese auf acht Meter lange alte Strommasten und richtete diese auf Privatgrundstücken von Konrad Weisheit und Hans-Jörg Hellwig noch vor Beginn der Brutsaison auf.

Kein Storch weit und breit

Die von mehreren Unterstützern geförderte Eigeninitiative des Quartetts wurde rasch belohnt. Keine zwei Wochen nach dem Aufbau der Masten fotografierte Hans-Jörg Hellwig, der im ehemaligen Ernsthäuser Bahnhof unweit der Storchenmasten wohnt, ein Storchenpaar beim Nestbau. Der Brutversuch wurde später abgebrochen. Möglicherweise fühlten sich die Störche durch unvorsichtige Passanten gestört.

Um so größer war die Freude, als der passionierte Naturfotograf am Sonntag, 23. März, auf einem Nest ein Storchenpaar mit der Kamera einfing. Beim OP-Besuch am 11. März war bereits ein einzelner Storch aus der Wohra-Senke aufgestiegen. Am Freitagvormittag war dagegen auch durch das Fernglas in der Wambach weit und breit kein Storch zu entdecken.

Für Hans-Jörg Hellwig bedeutet die Abstinenz der Weißstörche nicht zwangsläufig den Abbruch des Brutversuchs. An den zurückliegenden kalten Tagen benötigten die Störche viel Energie, um ihren Wärmehaushalt aufrecht zu erhalten. Wegen der anhaltenden Trockenheit müssten sie ihre Nahrungssuche auf Feuchtgebiete in der Region ausdehnen, erklärte er auf Anfrage der OP. Bei wärmeren Temperaturen und Regen habe er beobachtet, wie die Störche in der Wohra-Aue im aufweichten Boden herumstocherten und sich die Regenwürmer herausholten.

Hunde bitte an der Leine führen

Die Initiatoren des Storchenprojekts bitten Passanten in der Wambach um die Einhaltung einiger Verhaltensregeln:

  • Autofahrer und Kradfahrer werden gebeten, den Verbindungsweg zwischen dem Dorf und dem alten Ernsthäuser Bahnhof vorerst nicht zu befahren.
  • Hundehalter sollten diesen Weg vorerst meiden oder zumindest ihre Hunde nur angeleint ausführen. Freilaufende Hunde bedeuten für die Störche eine massive Störung.
  • Fußgänger werden gebeten, den auf freiem Feld stehenden Storchenmast zu passieren, ohne anzuhalten.
  • Wer die Störche beobachten möchte, sollte dies von der direkt am Weg gelegen Storchenbank aus tun, oder die beiden Brücken im Tal nutzen. Diese drei Standorte gewährend den nötigen Abstand. Auf keinen Fall sollten Besucher zu dem Mast laufen. Über die aktuelle Entwicklung des Ernsthäuser Storchenprojekts berichtet Hans-Jörg Hellwig regelmäßig auf seiner sehr interessanten Homepage, die ganz der Natur gewidmet ist:www.diginatur.de

von Matthias Mayer

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