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Störche beziehen neue Nisthilfe

Ernsthausen Störche beziehen neue Nisthilfe

Das Bürgerhaus in Ernsthausen heißt bereits Storchennest. Ein ehemaliger Strommast könnte dem Namen bald alle Ehre machen.

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Inzwischen sind die Störche „eingezogen“.

Quelle: Privatfoto

Ernsthausen. Den Störchen in und um Ernsthausen wieder eine Heimat geben, lautet das Ziel, das sich Hans-Jörg Hellwig, Walter Müller, Gerhard Damm und Konrad Weisheit setzten, und das sie nach nur wenigen Monaten erreicht haben.

Sie stellten zwei neue Nistplätze auf den Privatgrundstücken von Hans-Jörg Hellwig und Konrad Weisheit in der Nähe der Wohra auf. Bereits zwölf Tage nach Fertigstellung der Nistgelegenheit konnte Hans-Jörg Hellwig dort Störche fotografieren.

Störche gehörten früher regelmäßig zu den Mitbewohnern im Rauschenberger Stadtteil Ernsthausen. Das belegen neben dem Ernsthäuser Dorfnamen „Störche“ auch alte Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende um 1900, die Meister Adebar auf dem Dach der alten Schule neben der Dorfkirche zeigen.

Im Zuge der zunehmenden intensiven Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen und der Trockenlegung von Feuchtbiotopen in der Wohraaue zogen sich die Störche von dort immer mehr zurück, bis sie letztendlich ganz aus dem Wohragrund verschwunden waren. „Das wollten wir ändern und wieder Störche in und um Ernsthausen ansiedeln“, begründet Weisheit das Engagement der Naturfreunde.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die vier Ernsthäuser begonnen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit dem Marburger Biologen und Storchensachverständigen Dr. Rainer Lorenz besprachen sie alle Einzelheiten und legten die besten Standorte für die beiden Nistplätze fest.

Zwei ausgediente, rund acht Meter hohe hölzerne Strommasten erhielten die vier Naturfreunde von einem Elektromontagebetrieb aus Bürgeln, der das Vorhaben wohlwollend unterstützte. Einen der Masten versahen die Ernsthäuser an seiner Spitze mit einer wagenradähnlichen Plattform aus wetterfestem Douglasienholz, die auf eine Eisenkonstruktion aufgeschraubt wurde.

Die Plattform für den zweiten Mast schweißte Weisheit aus Baustahlstäben und dem Ring eines eisenbereiften Ackerwagenrades zusammen. In beide Konstruktionen wurde ein Boden aus Birkenreisig eingeflochten und der äußere Rand ebenfalls mit einem stabilen Ring aus Birkenreisig versehen.

Um den Störchen eine bereits früher bewohnte Nistgelegenheit vorzutäuschen, griffen die vier Männer zu einem Trick und bekleckerten den Außenrand der Nisthilfe mit weißer Farbe.

Am 23. Februar stellten die Männer die beiden Konstruktionen mit Hilfe des Baggers von Hans-Heinrich Grebing an ihren vorgesehenen Plätzen auf. Bereits neun Tage später beobachtete Weisheit den ersten Storch auf dem Nistplatz auf seinem Grundstück.

„Wir möchten, dass die Störche wieder in Ernsthausen sesshaft werden. Denn nur wenn Störche da sind, die jungen Frauen in die Beine beißen, werden auch wieder mehr Kinder geboren“, sagte Weisheit lachend und bezog sich dabei auf ein altes Sprichwort.

von Alfons Wieber

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