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Steigerung scheint kaum mehr möglich

Varieté-Nacht Steigerung scheint kaum mehr möglich

Beeindruckend, unterhaltsam, professionell: Die Künstler stellten während der Varieté-Nacht in Neustadt ihre internationale Klasse eindrucksvoll unter Beweis und begeisterten mehr als 300 Zuschauer.

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Dreimal bellen ist korrekt. Hund Cato löste problemlos alle Aufgaben, die Herrchen Florin ihm stellte.

Neustadt. Es muss Zauberei sein, was die Künstler am Samstagabend im Haus der Begegnung zeigten: Florin brachte seinen Hund Cato dazu, Rechenaufgaben zu lösen, Michael Stern lüftete ein wochenlang gehütetes Geheimnis und zeigte, dass er die Überschriften von Zeitungen voraussagen kann (die OP berichtete). Oliver Wlodarz ließ CDs, Bälle und andere Gegenstände verschwinden und wieder auftauchen. Jan Forster schien in die Gehirne seiner Zuschauer blicken zu können und brachte sogar Gäste, die auf keinen Fall auf die Bühne kommen wollten, dazu, an seinen Auftritten mitzuwirken. Und was Herr Niels mit seinem Körper anstellte, kann eigentlich nur eine Illusion gewesen sein.

Beeindruckend, unterhaltsam, professionell: Die Künstler stellten während der Varieté-Nacht in Neustadt ihre internationale Klasse eindrucksvoll unter Beweis und begeisterten mehr als 300 Zuschauer. Zum Bericht.

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Kurz: Es war eine grandiose Show, die der Stadtallendorfer Zauber Michael Stern für die zweite Varieté-Nacht zusammengestellt hatte. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Besonders fesselnd waren dabei die Auftritte von Jan Forster.

Der zweifache Deutsche Meister der Zauberkunst band immer wieder das Publikum mit ein. Karten, die seine Zuschauer im Stapel in einer Packung wähnten, tauchten plötzlich in einem verschlossenen Fach seines Portemonnaies auf. Von einer jungen Neustädterin wusste er, welchem Mann sie ihren ersten Kuss zu verdanken hat. Ein anderer Gast musste ein Bild malen - und Forster kannte das Motiv, ohne das Werk gesehen zu haben. Zudem bewies er sein fotografisches Gedächtnis, als er nach einem kurzen Blick eine ganze handvoll Karten aufzählen konnte. Woher er dabei wusste, welche der Karten sich ein Besucher kurz davor ausgesucht hatte, bleibt wohl sein Geheimnis. Der Mentalmagie ließ er dann noch einen komödiantischen Auftritt folgen, währenddessen er „Alkohol“ herbeizauberte und - komplett magiefrei - in seinem Mund verschwinden ließ.

Unglaublich komisch präsentierte sich Herr Niels, der eine Mischung aus Pantomime, Clownerie und Gummimenschen-Artistik zeigte. Lässig lehnte er sich zum Beispiel an eine nicht vorhandene Theke und legte dabei eine Haltung an den Tag, die ohne Unterstützung eigentlich nicht möglich schien. Urkomisch waren derweil seine Berichte aus dem Leben und seine Art der Mengenlehre: „Wenn 9 Menschen in einem Zimmer sind und 13 es verlassen, dann müssen 4 wieder reingehen, damit der Raum leer ist.“

Nicht minder unterhaltsam waren Florin und Cato, der rechnende Hund, den es - wie sich am Ende herausstellte - gleich zweieinhalbmal gibt.

Wlodarz beeindruckte derweil wieder mit seiner Illusion. Ob Bälle, Uhren, CDs oder seine Assistentin: Es ließ verschwinden, was nicht niet- und nagelfest war. Mehr als nur Rahmenprogramm waren die Auftritte von T-Spin und Young Rob, die herausragenden Break Dance zeigten. Abgerundet wurde das Programm von Moderator Michael Stern, der über die Tücken der Zauberei berichtete und zum Beispiel Uri Geller nachahmte: Zwar schaffte er es nicht, wie der israelische Zauberer einen Löffel durch bloßen Willen zu verbiegen - dafür verwandelte er diesen in eine Gabel.

Schon jetzt scheint klar, dass es eine dritte Auflage der Neustädter Varieté-Nacht geben soll. Da Stern den Anspruch hat, stets für eine Steigerung zu sorgen, steht ihm eine Mammut-Aufgabe für das kommende Jahr bevor - die Zuschauer können sich schon jetzt freuen!

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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